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Energy Sharing ab Juni: Neue Regeln für Solarstrom-Nachbarschaften

04.07.2026 - 00:16:15 | boerse-global.de

Bundesregierung vereinfacht mit Maßnahmenpaket die Regeln für lokale Stromteilung und beschleunigt den Netzausbau.

Energy Sharing: Neue Regeln für gemeinschaftliche Stromnutzung
Energy - Abbildung des Energieflusses in einem lokalen Stromnetz mit Solarmodulen, die über leuchtende Linien mehrere Häuser und ein Gebäude verbinden. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neues Maßnahmenpaket soll technische und bürokratische Hindernisse senken.

Seit Juni 2026 ist Energy Sharing nach § 42c EnWG offiziell erlaubt. Erzeuger können Solarstrom direkt an Nachbarn im selben Verteilnetz weitergeben — ohne Umweg über die Strombörse. Am 2. Juli verabschiedete der Koalitionsausschuss nun ein Paket zur Beschleunigung von Netzausbau und Digitalisierung.

Smart Meter light für mehr Haushalte

Ein Kernpunkt: Die Einführung von „Smart Meter light". Union und SPD einigten sich auf vereinfachte digitale Messgeräte ohne zusätzliche Steuerbox. Sie richten sich an Haushalte mit geringem Flexibilitätspotenzial. Das Ziel: Bis 2030 sollen 90 Prozent der Haushalte mit hohem Flexibilitätspotenzial intelligente Messsysteme besitzen.

Anbieter wie Octopus Energy, Tibber und Rabot Energy begrüßten die Entscheidung. Kritik kam vom ZVEI und Eon — sie bemängeln die technische Komplexität.

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Das Verteilnetzpaket sieht zudem einen beschleunigten Anschluss für Erneuerbare-Energien-Anlagen, Speicher, Industrie und Rechenzentren vor. Ein geplanter Fonds soll privates Kapital für Infrastrukturinvestitionen mobilisieren. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte: „Die Planungsverfahren müssen deutlich gestrafft werden."

Energy Sharing als Alternative zur Einspeisevergütung

Bis 2027 sind für die Registrierung von Energy-Sharing-Modellen noch die Verteilnetzbetreiber zuständig. Ab 2028 greift ein bundesweit einheitliches Verfahren. Experten der Energieagentur Oberschwaben weisen darauf hin: Die Erfassung von 15-Minuten-Intervallen durch Smart Meter ist Voraussetzung für dynamische Abrechnung und wirtschaftliche Optimierung.

Software-Unternehmen bieten bereits erste SaaS-Lösungen für die komplexen Zeitreihen-Abrechnungen an. Der Trend zur lokalen Stromteilung gewinnt an Fahrt — auch weil die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen sukzessive sinkt. Neue regulatorische Vorgaben greifen zudem für Anlagen über 7 Kilowatt Spitzenleistung.

Kritik an Investitionsrisiken und EEG-Aus

Trotz der Erleichterungen hagelt es Kritik. Green Planet Energy warnt: Ein geplanter Vorbehalt zur entschädigungslosen Abregelung neuer Anlagen bei Netzengpässen gefährde Investitionen von rund 45 Milliarden Euro. Betroffen seien Projekte mit einer Gesamtleistung von etwa 32 Gigawatt.

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Zusätzlichen Druck erzeugt das geplante Ende des EEG in seiner aktuellen Form. Zum 1. Januar 2027 will das Wirtschaftsministerium die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen bis 25 kWp abschaffen. Stattdessen kommt eine verpflichtende Direktvermarktung.

Marktbeobachter rechnen mit deutlich längeren Amortisationszeiten für private Solarsysteme. Das dürfte den wirtschaftlichen Anreiz für Energy-Sharing-Modelle als Alternative zur klassischen Einspeisung weiter erhöhen.

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