ESRS-Reform, Berichtspflichten

ESRS-Reform: Berichtspflichten sinken um 70 Prozent ab 2027

04.07.2026 - 10:25:13 | boerse-global.de

Die EU-Kommission verabschiedet überarbeitete ESRS mit deutlich weniger Pflichtangaben. Ein freiwilliger Standard soll den Mittelstand schützen.

EU-Kommission: Neue Nachhaltigkeitsstandards entlasten Unternehmen
ESRS-Reform - Ein stilisiertes Diagramm zeigt einen Abwärtstrend, überlagert mit digitalen Linien, die Datenfluss und Compliance darstellen, vor einem Finanzviertel. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Hinzu kommt ein freiwilliger Standard für kleinere Unternehmen. Ziel: weniger Bürokratie bei der ESG-Berichterstattung.

Deutlich weniger Vorgaben

Die neuen Regeln bringen eine massive Entlastung. Die Zahl der verpflichtenden Datenpunkte sinkt um mehr als 60 Prozent. Über alle Kategorien hinweg reduziert sich die Gesamtzahl der Berichtspunkte um über 70 Prozent. Experten rechnen mit Kosteneinsparungen von mehr als 30 Prozent für die betroffenen Unternehmen.

Für das Geschäftsjahr 2026 gilt eine Übergangsregelung. Unternehmen können zwischen den alten, den neuen oder einem Mix aus beiden Standards wählen. Ab 2027 werden die überarbeiteten ESRS dann Pflicht. Weitere Erleichterungen: ein Top-Down-Ansatz, vereinfachte Regeln für Zukäufe und Verkäufe sowie die Möglichkeit, unwesentliche Tätigkeiten wegzulassen.

Freiwilliger Standard schützt Mittelstand

Der neue freiwillige Standard (VS) setzt eine Obergrenze für Informationen, die von kleineren Unternehmen in der Lieferkette eingefordert werden dürfen. So sollen die strengen Auflagen für Großkonzerne nicht ungefiltert auf den Mittelstand durchschlagen.

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Die delegierten Rechtsakte gehen nun an EU-Parlament und Rat. Die beiden Institutionen haben zwei Monate Zeit zur Prüfung – mit Verlängerungsoption um weitere zwei Monate.

Reformwelle in der EU

Die neuen Nachhaltigkeitsstandards sind Teil eines größeren regulatorischen Umbruchs. Ende Januar 2027 läuft die Umsetzungsfrist für die geänderte Solvency-II-Richtlinie ab. Versicherer müssen dann Nachhaltigkeitsrisiken in ihre Solvabilitätsberichte (SFCR) aufnehmen und Klimaszenarien in die interne Risikobeurteilung (ORSA) integrieren.

Seit dem 1. Juli 2026 ist zudem die Übergangsfrist für die Krypto-Verordnung MiCA beendet. Krypto-Dienstleister brauchen seither eine offizielle Zulassung für ihr EU-Geschäft.

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Investitionen trotz Regulierung

Ungeachtet der neuen Auflagen fließt weiter Geld in ESG-Projekte. In Hamburg eröffnete eine Recyclinganlage für rund 190 Millionen Euro. Sie soll jährlich über 30.000 Tonnen Material verarbeiten und Rohstoffe wie Kupfer, Blei und Schwefel zurückgewinnen.

Die KfW passte unterdessen ihre Finanzplanung an. Das Refinanzierungsziel für 2026 stieg von 75 bis 80 auf 80 bis 85 Milliarden Euro. Die Mittel kommen von den internationalen Kapitalmärkten. Die positiven Trends an den Börsen setzen sich fort: Der DAX notierte Anfang Juli bei über 25.700 Punkten.

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