Estland lĂ€sst Unterseekabel Estlink 1 von Marine schĂŒtzen
27.12.2024 - 10:57:36 | dpa.de"Wir haben beschlossen, unsere Marine in die NĂ€he von Estlink 1 zu schicken, um unsere Energieverbindung mit Finnland zu verteidigen und zu schĂŒtzen", schrieb Verteidigungsminister Hanno Pevkur auf dem Plattform X. Der Schritt sei mit Armeechef Andrus Merilo vereinbart worden. Damit solle sichergestellt werden, dass der wichtigen Verbindung nichts passiere und sie betriebsbereit bleibe, sagte Pevkur im estnischen Radio.
Die Stromverbindung Estlink 2 zwischen Estland und Finnland war am Mittwoch unterbrochen worden. Die finnischen Behörden vermuten Sabotage und haben den unter der Flagge der Cookinseln fahrenden Ăltanker "Eagle S" festgesetzt, dessen Anker den Schaden am Kabel verursacht haben könnte. Das Schiff soll der EU zufolge zur sogenannten russischen Schattenflotte gehören - Tanker und andere Frachtschiffe, die Russland inoffiziell benutzt, um Sanktionen etwa beim Ăltransport zu umgehen.
Ăber Weihnachten wurden zudem Störungen an Kommunikationskabeln in der Ostsee bekannt. Drei davon verlaufen einem Bericht des finnischen Rundfunksenders Yle zwischen Finnland und Estland, eines zwischen Finnland und Deutschland. Untersuchungen zu den HintergrĂŒnden der AusfĂ€lle laufen.
Notfalls auch mit militĂ€rischen Mitteln schĂŒtzen
"NatĂŒrlich muss die Untersuchung alle Einzelheiten des Bruchs des Estlink 2-Kabels und der Kommunikationskabel aufdecken. Aber unsere Aufgabe ist es, sofort eine klare Botschaft zu senden, dass wir bereit sind, die Verbindungen zwischen Estland und Finnland, wenn nötig, auch mit militĂ€rischen Mitteln zu schĂŒtzen", wurde Pevkur in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums zitiert.
In Estland, Finnland und anderen Ostsee-Anrainerstaaten herrscht erhöhte Wachsamkeit und Alarmbereitschaft wegen möglicher Sabotageakte, nachdem es zuletzt mehrfach zu AusfĂ€llen und Störungen von Stromkabeln, Gaspipelines und Telekommunikationsverbindungen gekommen ist. Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte bekundete am Donnerstag auf X seine SolidaritĂ€t mit den beiden VerbĂŒndeten. "Wir verfolgen die Untersuchungen von Estland und Finnland und sind bereit, weitere UnterstĂŒtzung zu leisten."
Die Reparatur der 170 Kilometer langen Verbindungsleitung Estlink 2 könnte nach ersten SchĂ€tzungen der Netzbetreiber mehrere Monate dauern. GröĂere Auswirkungen fĂŒr Verbraucher soll es nach Angaben von estnischen und finnischen Behörden nicht geben.
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