EUDR, CSDDD

EUDR und CSDDD: Neue Compliance-Regeln für Kaffee und Tee ab Ende 2026

01.07.2026 - 04:35:34 | boerse-global.de

Satellitenüberwachung und KI helfen bei der Erfüllung der EUDR-Vorgaben. Kleinbauern in Brasilien und Vietnam fürchten jedoch bürokratische Hürden.

EU-Entwaldungsverordnung: Kaffee- und Teebranche im Wandel
EUDR - Satellitenansicht von Kaffee- und Teeplantagen mit digitalen Überlagerungen, die Lieferkettenüberwachung und Datenpunkte darstellen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und die Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) zwingen die Kaffee- und Teebranche zum Umdenken. Auf einer Konferenz des Österreichischen Kaffee- und Teeverbands Ende Juni wurden die Konsequenzen deutlich: Produkte, für deren Erzeugung nach dem 31. Dezember 2020 Wald gerodet wurde, dürfen künftig nicht mehr in der EU verkauft werden.

Satelliten überwachen Kaffeeplantagen

Große Konzerne reagieren mit Hightech. Tchibo und JDE Peet's nutzen Satellitendaten von Airbus und künstliche Intelligenz, um ihre Lieferketten lückenlos zu überwachen. Die Initiative „Coffee Canopy Partnership“ startete zunächst in Ostafrika und soll bis 2027 global ausgeweitet werden.

Die Technologie macht's möglich: Copernicus-Satelliten unterscheiden zwischen Kaffeepflanzen unter Schattenbäumen und echtem Waldbestand. Spezialisierte Anbieter stellen KI-Plattformen bereit, die Unternehmen bei der Compliance unterstützen. Ziel ist die Rückverfolgbarkeit bis auf die einzelne Anbauparzelle.

Kleinbauern unter Druck

Doch die Umsetzung stockt. In Brasilien flossen zuletzt mehr als die Hälfte der Kaffeeexporte in die EU. Besonders kleine Produzenten fürchten die bürokratischen Hürden. Während große und mittlere Unternehmen die EUDR-Vorgaben ab Ende 2026 erfüllen müssen, haben Kleinbauern bis Mitte 2027 Zeit.

Anzeige

Die neuen bürokratischen Hürden der EUDR stellen viele Händler und Importeure vor große Herausforderungen bei der Risikoanalyse. Ein kostenloser Leitfaden inklusive Checkliste hilft Ihnen dabei, Ihre Sorgfaltspflichten rechtzeitig und rechtssicher zu prüfen. Kostenlosen Report und Checkliste jetzt sichern

Ähnlich die Lage in Vietnam: Dort entfällt ein erheblicher Teil der Anbauflächen auf Kleinbauern. Ein Leitfaden für die Kautschukindustrie soll Begriffe wie Entwaldung und Zollcodes standardisieren. Importeure übernehmen zunehmend die Verantwortung für die digitale Erfassung von Koordinaten und Rechtsdokumenten.

Strafen bis zu vier Prozent des Umsatzes

Die Nichteinhaltung wird teuer. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu vier Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes sowie die Beschlagnahmung von Waren. Das Vereinigte Königreich zieht nach: Es hat angekündigt, die EUDR in eigener Gesetzgebung zu spiegeln. Unternehmen ab einer bestimmten Umsatzgrenze müssen dort bei Waldrisiko-Rohstoffen wie Soja Sorgfaltspflichten erfüllen.

Anzeige

Angesichts drohender Sanktionen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes ist eine lückenlose Dokumentation für betroffene Unternehmen unerlässlich. Dieser Gratis-Ratgeber bietet einen verständlichen Überblick über alle neuen Pflichten und Verbote der Verordnung. Hier das E-Book zur EU-Entwaldungsverordnung kostenlos herunterladen

In der europäischen Landwirtschaft wächst der Ruf nach fairen Wettbewerbsbedingungen. Der Österreichische Bauernbund fordert wirksame Kontrollen für Agrarimporte aus Drittstaaten. Lebensmittel, die unter in Europa verbotenen Bedingungen produziert wurden, sollen nicht auf den Markt gelangen. Ein entsprechender Entschließungsantrag wurde im Landwirtschaftsausschuss angenommen. Zudem plant Österreich eine schrittweise Einführung der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie für Fleisch, Milch und Eier.

de | wirtschaft | 69664721 |