eVerordnung fĂŒr Hilfsmittel: Sieben Krankenkassen starten Pilotprojekt
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Versicherte in Modellregionen können ab sofort nahezu alle Hilfsmittel per eVerordnung beziehen. Das kĂŒndigten sieben groĂe Krankenkassen Ende Juli an.
Dazu zĂ€hlen die AOK Bayern, BARMER, Techniker Krankenkasse (TK), DAK-Gesundheit, IKK classic, BIG direkt gesund und die HEK. Das Pilotprojekt lĂ€uft unter anderem in MĂŒnchen und Ingolstadt. Es umfasst jetzt auch komplexe Bereiche der Homecare-Versorgung.
Welche Hilfsmittel jetzt digital bestellbar sind
In den Modellregionen gibt es eVerordnungen fĂŒr Glukosemanagementsysteme, Inhalations- und AtemtherapiegerĂ€te sowie Inkontinenzartikel. Damit deckt das digitale Verfahren fast das gesamte Spektrum ab. Ausgenommen bleiben vorerst Sehhilfen, Hörhilfen und Pflegehilfsmittel.
Die teilnehmenden Arztpraxen brauchen ein entsprechendes Praxisverwaltungssystem (PVS) â aktuell von CGM oder Medisoftware. Versicherte erhalten ihre digitale Verordnung direkt ĂŒber die App ihrer Krankenkasse.
âDie Digitalisierung vereinfacht die AblĂ€ufe, reduziert Fehlerquellen und spart allen Beteiligten viel Zeitâ, betont ein TK-Sprecher. Die Nutzung ist freiwillig. Die Frist fĂŒr den verpflichtenden Anschluss an die Telematikinfrastruktur wurde auf Oktober 2027 verschoben.
Parallel treibt die Gematik die elektronische Patientenakte voran. Seit Anfang Juli gibt es Push-Benachrichtigungen bei neuen Dokumenten. Mitte Juli startete in Modellregionen der schrittweise Rollout des elektronischen Medikationsplans.
Sieben Krankenkassen weiten die eVerordnung auf fast alle Hilfsmittel aus â inklusive Homecare-Bereich. Wer in einer Modellregion lebt, kann Glukosemanagementsysteme, InhalationsgerĂ€te und Inkontinenzartikel digital per App bestellen. Jetzt Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung zur eVerordnung anfordern
Versicherte zahlen immer mehr drauf
Die technologische Modernisierung trifft auf eine angespannte wirtschaftliche Lage. Daten fĂŒr 2025 belegen einen deutlichen Anstieg der Eigenbelastung. Die freiwilligen Mehrkosten â Zahlungen ĂŒber den Festbetrag der Kassen hinaus â stiegen auf 1,13 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von neun Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr.
Der GKV-Spitzenverband wertete rund 31,9 Millionen VersorgungsfĂ€lle aus 2025 aus. Die Gesamtausgaben der Kassen fĂŒr Hilfsmittel stiegen um fĂŒnf Prozent auf 12,12 Milliarden Euro. Die durchschnittlichen Eigenzahlungen pro Fall kletterten um sieben Prozent auf 158,61 Euro.
Hörhilfen treiben Kosten in die Höhe
Besonders deutlich zeigen sich die finanziellen Belastungen bei bestimmten Produktgruppen. Den höchsten Anteil an FÀllen mit Mehrkosten verzeichnen Schuheinlagen. Noch stÀrker fÀllt die Spreizung bei Hörhilfen aus.
Die Eigenzahlungen fĂŒr Hilfsmittel steigen â 2025 lagen die durchschnittlichen Mehrkosten bei 158,61 Euro pro Fall. Doch viele Versicherte zahlen unnötig drauf. Erfahren Sie, welche Hilfsmittel ohne Zuzahlung erhĂ€ltlich sind und wie Sie die eVerordnung nutzen, um Geld zu sparen. Mehrkosten-Checkliste und eVerordnung-Guide sichern
Sie machen nur 5,9 Prozent aller VersorgungsfÀlle aus. Doch mit durchschnittlich 1.656,99 Euro pro Fall verursachen sie rund 62 Prozent der gesamten privaten Mehrkosten.
Trotz des Anstiegs erfolgten 2025 noch 77,7 Prozent aller Versorgungen ohne zusĂ€tzliche Mehrkosten. Der Anteil der FĂ€lle mit Zuzahlungen erreichte mit 22,3 Prozent den höchsten Stand seit 2019. Der GKV-Spitzenverband fordert deshalb mehr Transparenz ĂŒber die GrĂŒnde fĂŒr Zuzahlungen. Versicherte mĂŒssten umfassend ĂŒber aufzahlungsfreie Alternativen informiert werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
