Mehr als die HĂ€lfte der EU-Staaten bricht Haushaltsregeln
21.10.2025 - 14:10:27Mehr als die HĂ€lfte der EU-Mitgliedstaaten hat im vergangenen Jahr ihre selbst auferlegten Regeln fĂŒr Haushaltsdefizite und Staatsschulden gebrochen. Mit Ausnahme von Luxemburg, Griechenland, Zypern, DĂ€nemark, Irland und Portugal gaben alle 27 EU-LĂ€nder mehr Geld aus als sie einnahmen, wie aus Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.
Zwölf Mitgliedstaaten hatten demnach ein Defizit von drei Prozent oder mehr bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung und lagen damit ĂŒber den geltenden Obergrenzen. Das höchste Defizit hatte 2024 den Daten zufolge RumĂ€nien mit 9,3 Prozent. Deutschlands Defizit lag Eurostat zufolge bei 2,7 Prozent.
Regelbrecher riskieren Strafverfahren
Die europĂ€ischen Schuldenregeln, auch StabilitĂ€ts- und Wachstumspakt genannt, gelten fĂŒr alle MitgliedslĂ€nder der EU. Das Regelwerk schreibt unter anderem vor, dass der Schuldenstand eines Mitgliedstaates 60 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht ĂŒberschreiten darf. Gleichzeitig muss das Haushaltsdefizit unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bleiben.
Wer die Grenzen ĂŒbertritt, riskiert ein Strafverfahren. Gegen die hoch verschuldeten LĂ€nder Frankreich und Italien sowie einige andere EU-LĂ€nder laufen derzeit daher Defizitverfahren.Â
Im vergangenen Jahr wiesen den Eurostat-Angaben zufolge zwölf EU-LÀnder eine Schuldenquote von mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf. Die höchsten Schuldenquoten gab es demnach in Griechenland (154,2 Prozent), Italien (134,9 Prozent) und Frankreich (113,2 Prozent). Die Schuldenquote Deutschlands betrug 2024 nach Eurostat-Angaben 62,2 Prozent.


