Wohl kleinste Erdbeerernte seit 25 Jahren
20.07.2023 - 16:04:47 | dpa.deDas GeschĂ€ft mit heimischen Erdbeeren lĂ€uft weiter schwierig. Bei der Erntemenge zeichnet sich in diesem Jahr ein erneutes Minus nach dem schon verhĂ€ltnismĂ€Ăig schlechten Ergebnis von 2022 ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Zu erwarten ist demnach ein RĂŒckgang um 14 Prozent auf 84.700 Tonnen - das wĂ€re die kleinste Freiland-Menge seit 25 Jahren. Auch bei Spargel fĂ€llt die Saisonbilanz 2023 wohl enttĂ€uschend aus. Bei Getreide sorgen nach Branchenangaben aber ĂŒberraschend erfreuliche Ergebnisse bei Wintergerste fĂŒr einen vielerorts guten Start in die Ernte.
Eine Ursache der rĂŒcklĂ€ufigen Entwicklung bei deutschen Erdbeeren sei, dass die AnbauflĂ€che im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 9200 Hektar verringert wurde. Das sei die kleinste FreilandflĂ€che ebenfalls seit 1998, teilte das Bundesamt mit. «Die Reduktion der verhĂ€ltnismĂ€Ăig kostenintensiven inlĂ€ndischen Erdbeererzeugung kann unter anderem auf gestiegene Produktionskosten und die allgemeine Preisentwicklung mit sinkender Nachfrage nach diesen EdelfrĂŒchten zurĂŒckgefĂŒhrt werden», hieĂ es mit Blick auf die hohe Inflation.
VerspĂ€tung durch kĂŒhles FrĂŒhjahr
Zudem habe die Erdbeerernte wegen des eher kĂŒhlen FrĂŒhjahrs diesmal spĂ€ter begonnen als ĂŒblich. Insgesamt zeichnet sich den SchĂ€tzungen zufolge ein klar unterdurchschnittliches Ergebnis ab: In den Jahren von 2017 bis 2022 habe die Erntemenge im Schnitt noch bei 110.400 Tonnen gelegen - 23 Prozent mehr als die voraussichtliche Ernte 2023. Regional wird die gröĂte Ernte an Freiland-Erdbeeren mit 22.800 Tonnen in Niedersachsen erwartet. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 19.100 Tonnen und Baden-WĂŒrttemberg mit 13.000 Tonnen.
Zur inzwischen angelaufenen Getreideernte berichtete der Deutsche Bauernverband von einem positiven Auftakt bei der Wintergerste. Nach vielerorts anhaltender Trockenheit im FrĂŒhjahr und im FrĂŒhsommer sei das nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Die Erntemenge dĂŒrfte mit wohl 9,5 Millionen Tonnen höher ausfallen als 2022 mit 8,7 Millionen Tonnen. Bei den anderen Getreidearten seien bisher nur wenige FlĂ€chen abgeerntet worden. Die Ergebnisse lieĂen vermuten, dass Winterweizen und Winterraps stĂ€rker unter Trockenheit gelitten hĂ€tten als Gerste.
Beim heimischen Spargel wird eine diesjĂ€hrige Erntemenge von 105.700 Tonnen geschĂ€tzt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte - das wĂ€ren vier Prozent weniger als 2022 und die geringste Menge seit 2013. Die AnbauflĂ€che wurde im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 20.500 Hektar verkleinert. Auch hierfĂŒr sei möglicherweise eine sinkende Nachfrage die Ursache, erlĂ€uterten die Statistiker. Regional am meisten Spargel gestochen wurde demnach in Niedersachsen mit 23.200 Tonnen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 20.200 Tonnen und Brandenburg mit 18.100 Tonnen.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

