GebÀudesicherheit: MÀngelquote springt auf 35,9 Prozent
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 19:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt der aktuelle TĂV Baurechtsreport 2026.
35,9 Prozent der wiederkehrend geprĂŒften Anlagen wiesen wesentliche MĂ€ngel auf. 2024 lag die Quote noch bei 26,9 Prozent. Nur noch jede vierte Anlage war vollstĂ€ndig mĂ€ngelfrei.
LĂŒftungsanlagen besonders betroffen
Am schlechtesten schneiden LĂŒftungsanlagen ab: Hier liegt die MĂ€ngelquote bei 44,2 Prozent. Auch Feuerlöschanlagen (40,6 Prozent) und die Sicherheitsstromversorgung (35,2 Prozent) zeigen erhebliche Defizite.
FĂŒr Unternehmen wird das zum finanziellen Risiko. Branchenstatistiken zufolge verursacht jeder dritte Brand in einem Industrieunternehmen SachschĂ€den von durchschnittlich 500.000 Euro.
Die steigenden MĂ€ngelquoten bei Brandschutzanlagen verdeutlichen, wie kritisch eine lĂŒckenlose Dokumentation ist. Diese kostenlose Excel-Vorlage unterstĂŒtzt SicherheitsfachkrĂ€fte dabei, die GefĂ€hrdungsbeurteilung im Brandschutz rechtssicher und effizient durchzufĂŒhren. GefĂ€hrdungsbeurteilung Brandschutz: Jetzt kostenlose Excel-Vorlage sichern
Brandschutz als Bauvoraussetzung
FĂŒr sogenannte Sonderbauten â Industriebauten, VerkaufsstĂ€tten, KrankenhĂ€user â ist ein detailliertes Brandschutzkonzept bereits fĂŒr die Baugenehmigung Pflicht. Der bauliche Brandschutz soll die Ausbreitung von Feuer und Rauch verzögern und Fluchtwege freihalten.
Moderne Lösungen setzen auf MultifunktionalitĂ€t. Auf der Messe FeuerTrutz 2026 in NĂŒrnberg wurde eine neue Leitungslösung von Promat ausgezeichnet. Ein Multiklappen-System ĂŒbernimmt sowohl die tĂ€gliche LĂŒftung als auch die Entrauchung im Brandfall.
Streit um PrĂŒfpflicht fĂŒr Kaffeemaschinen
Parallel dazu plant die Bundesregierung eine regulatorische Ănderung: Die PrĂŒfpflicht fĂŒr elektrische KleingerĂ€te in BĂŒros â etwa Kaffeemaschinen â soll wegfallen. Ziel: BĂŒrokratieentlastung um geschĂ€tzt 720 Millionen Euro pro Jahr.
Doch das Vorhaben ist umstritten. Das Institut fĂŒr SchadenverhĂŒtung und Schadenforschung (IFS) belegt: Fast ein Drittel aller GebĂ€udebrĂ€nde geht auf fehlerhafte ElektrogerĂ€te zurĂŒck.
Fachleute warnen: Auch ohne gesetzliche PrĂŒfpflicht bleiben Haftungsrisiken bestehen. Die Anforderungen von Sachversicherern und VerbĂ€nden wie VdS oder VDE gelten weiter. Ein gefĂ€hrdungsorientierter Ansatz könnte kĂŒnftig starre PrĂŒffristen ersetzen â die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) soll darĂŒber selbstverwaltet entscheiden.
Ob Kaffeemaschine oder Industrieanlage â die rechtssichere Unterweisung zum Umgang mit elektrischen GerĂ€ten bleibt fĂŒr die HaftungsprĂ€vention unerlĂ€sslich. Mit dieser fertigen PowerPoint-Vorlage inklusive Quiz bereiten Sie Ihre nĂ€chste Elektro-Unterweisung zeitsparend und professionell vor. Kostenlose Muster-Vorlage fĂŒr die Elektro-Unterweisung herunterladen
Rauchmelder: Wohnung ist nicht Gewerbe
Ein hĂ€ufiges MissverstĂ€ndnis betrifft Rauchwarnmelder im Gewerbe. Einfache Melder nach DIN 14676 sind fĂŒr WohnrĂ€ume konzipiert. In hohen Hallen, staubigen Umgebungen oder bei unbeaufsichtigten Betriebszeiten ist meist eine vernetzte Brandmeldeanlage (BMA) nach DIN 14675 nötig. Sie ist direkt mit der Feuerwehr verbunden und steuert im Ernstfall AufzĂŒge oder BrandschutztĂŒren.
Zur Orientierung fĂŒr Verantwortliche ist in diesem Jahr eine aktualisierte Auflage des Fachbuchs âVorbeugender Brandschutzâ erschienen. Zwei Experten der Feuerwehren in Berlin und MĂŒnchen behandeln darin die aktuelle Rechtssystematik, die Musterbauordnung und die Erstellung moderner Brandschutzkonzepte.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
