USA und China melden Ăbereinkommen bei Genfer ZollgesprĂ€chen
11.05.2025 - 23:05:32(Neu: Weitere Details)
GENF/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA haben sich nach Angaben des WeiĂen Hauses bei den GesprĂ€chen in Genf mit China im Zollstreit geeinigt - und damit einen möglichen Durchbruch im festgefahrenen Handelskonflikt erzielt. Details gab es zunĂ€chst nicht. Beide Seiten kĂŒndigten fĂŒr Montag eine ErklĂ€rung an.
Der chinesische Auslandsfernsehsender SGTN meldete "einen wichtigen Konsens". Beide Seiten wollten einen Rahmen fĂŒr Wirtschafts- und Handelskonsultationen schaffen, um weitere Fragen in beiderseitigem Interesse zu besprechen. An den GesprĂ€chen nahmen unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sowie der chinesische Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng teil.
Das WeiĂe Haus veröffentlichte eine Mitteilung, die mit "USA kĂŒndigen China-Handelsabkommen in Genf an" ĂŒberschrieben war. Konkreter wurde die Mitteilung aber nicht. Greer sprach nach Abschluss der GesprĂ€che in Genf von einem "Deal", Bessent von "substanziellen Fortschritten".
GesprÀche in Genf als Chance
Trump hat die Beziehungen zu China nach seinem Amtsantritt mit massiven Zöllen auf chinesische Produkte auf einen Tiefpunkt gebracht. Sie liegen zurzeit bei 145 Prozent. China reagierte mit 125 Prozent Zöllen auf US-Produkte. Das KrĂ€ftemessen zwischen den beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft, mit besonders verheerenden Folgen fĂŒr Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder.
Beide LĂ€nder versuchten bislang den Eindruck zu erwecken, dass sie am jeweils lĂ€ngeren Hebel sitzen und nicht den ersten Schritt machen mĂŒssen, um auf die andere Seite zuzugehen. Die GesprĂ€che in Genf sollten nun eine Wende einleiten. Man habe schnell Gemeinsamkeiten festgestellt, was nahelege, dass die Differenzen nicht so groĂ waren wie gedacht, sagte Greer nach Abschluss der GesprĂ€che.
China prangert Schaden an und umwirbt andere Handelspartner
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, ein Sprachrohr der regierenden Kommunistischen Partei, schrieb am Sonntag in einem Kommentar vor dem Ende der GesprĂ€che, wenn Washington Handelskonflikte wirklich ĂŒber Dialog lösen wolle, mĂŒsse es sich zunĂ€chst mit dem Schaden auseinandersetzen, den seine durch Zölle getriebene Politik dem globalen Handelssystem und seiner eigenen Wirtschaft und seinen BĂŒrgern zugefĂŒgt habe.
Peking wirbt derweil aktiv um andere Handelspartner. Der "ĂŒbergroĂe Markt" Chinas biete mehr Möglichkeiten fĂŒr Produkte aus Lateinamerika und der Karibik, sagte ein hochrangiger Beamter des AuĂenministeriums am Sonntag. Bei einem Forum mit Regierungsvertretern der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) kommende Woche in Peking sollen unter anderem Kooperationen bei Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Infrastruktur beschlossen werden.

