GKV-Reform: Bundestag stimmt 10. Juli über 5-Milliarden-Belastung ab
29.06.2026 - 08:03:03 | boerse-global.de
Die geplanten Reformen im Gesundheitswesen sorgen für wachsende administrative Komplexität in Deutschland und Österreich. Besonders die GKV-Reform und das Pflege-Neuausrichtungsgesetz treiben den Bedarf an spezialisierten Fachkräften.
Milliardenbelastung für Kommunen
Am 10. Juli stimmt der Bundestag über die GKV-Reform ab. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) schätzt die Belastung für Kommunen auf rund 5 Milliarden Euro. DStGB-Chef Berghegger fordert eine Verschiebung, falls der Bund nicht höhere Beiträge für Grundsicherungsbezieher zahlt. Bisher sind für 2027 lediglich 250 Millionen Euro für Bürgergeld-Empfänger vorgesehen.
Parallel sorgt der Entwurf zum Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNOG) für zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Ab dem 1. Januar 2027 entfällt der Entlastungsbetrag für Versicherte mit Pflegegrad 1 bei Neueinstufungen. Die Folge: Betreuungsdienste könnten bis zu 40 Prozent ihrer Kunden verlieren.
Apotheken mit neuen Freiheiten
Auch die geplante Flexibilisierung der Apotheken-Öffnungszeiten bringt Bewegung in die Branche. Der Bundesrat entscheidet am 10. Juli darüber. Künftig könnten Apotheken ihre Dienstbereitschaft werktags auf sechs Stunden reduzieren. Das würde rund 1.000 Betrieben jährliche Einsparungen von etwa 40 Millionen Euro ermöglichen.
Fachkräftemangel trifft auf neue Aufgaben
Der strukturelle Wandel zeigt sich in konkreten Fortbildungsangeboten. Am 6. Juli startet im Klinikum am Weissenhof eine Fachfortbildung zur Aromapflege für Pflege- und Betreuungskräfte. In Bremerhaven findet am 1. Juli ein Informationsnachmittag zur Teilzeitausbildung in der Pflege statt – Start ist im Oktober.
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Auch die Finanzverwaltung sucht Personal. Die ABP Maschinenbau GmbH in Magdeburg stellt eine Fachkraft für Finanzbuchhaltung ein. Die Universität Hamburg schreibt eine Stelle für wissenschaftliche Mitarbeiter im Bereich Internationale Beziehungen aus – Bewerbungsschluss ist der 3. Juli.
Österreich plant Zentralisierung
Die strategische Neuausrichtung wird in Österreich besonders deutlich. Die Sozialpartner ÖGB und WKÖ schlagen eine Zentralisierung der Sozialversicherung vor. Bis 2028 sollen Spitalsambulanzen, bis 2039 der stationäre Bereich übernommen werden. Ein Spitzentreffen dazu ist für Dienstag, den 30. Juni, angesetzt.
Digitalisierung als Treiber
Seit dem 2. Januar gilt die IT-Sicherheitsrichtlinie für Zahnarztpraxen verbindlich. Zum 1. Juli wechseln die elektronischen Heilberufsausweise (eHBA) von RSA- auf ECC-Zertifikate. Parallel tritt das Vergabebeschleunigungsgesetz in Kraft. Ein Webinar des BVMed am 30. Juni bereitet Fach- und Führungskräfte auf die Neuerungen vor.
Die Krankenkasse BIG direkt gesund zeigt, wie Gesundheitsthemen im betrieblichen Kontext an Bedeutung gewinnen. Zum 30-jährigen Jubiläum veranstaltet sie am 1. Juli einen Gesundheitstag am Phoenixsee in Dortmund. Im Fokus: Virtual-Reality-Anwendungen und Konzepte für gesunde Ernährung am Arbeitsplatz.
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Consulting-Branche profitiert
Der Beratungsmarkt spiegelt die Entwicklungen wider. Marktbeobachter von Lünendonk & Hossenfelder prognostizieren für 2026 ein Wachstum von über 8 Prozent. Künstliche Intelligenz gilt als wichtigster Treiber. Allerdings bleiben Frauen in Führungspositionen in diesem Segment weiter unterrepräsentiert.
