Studie: Reallohn hat Kaufkraftverlust zur HĂ€lfte aufgeholt
06.12.2024 - 09:30:36Trotz eines deutlichen Lohnanstiegs im laufenden Jahr haben die TarifbeschĂ€ftigten in Deutschland ihre Kaufkraftverluste aus der Hochinflation noch nicht wettgemacht. Die Reallöhne befĂ€nden sich auf dem Niveau des Jahres 2018, hat das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung errechnet. Die Kaufkraftverluste aus den Jahren 2021 bis 2023 seien damit etwa zur HĂ€lfte kompensiert, erklĂ€rt der Leiter des Instituts, Thorsten Schulten.Â
Nach den Auswertungen der TarifabschlĂŒsse sind die GehĂ€lter von gut 20 Millionen BeschĂ€ftigten im laufenden Jahr nominal um 5,5 Prozent gestiegen. Daraus ergibt sich nach Abzug der Jahresteuerung von voraussichtlich 2,2 Prozent erstmals seit 2020 wieder ein Reallohnzuwachs von 3,2 Prozent.Â
Als Einmalzahlung berĂŒcksichtigt sind die hĂ€ufig gezahlten InflationsausgleichsprĂ€mien, die vom Staat bis zu einer Höhe von 3000 Euro steuer- und abgabenfrei gestellt worden sind. Sie haben nach EinschĂ€tzung von Schulten kurzfristig geholfen, Kaufkraftverluste zu begrenzen und im laufenden Jahr besonders hohe ReallohnzuwĂ€chse realisiert. Da sie aber im kommenden Jahr nicht erneut anfallen, wirken sie sich fĂŒr 2025 stark dĂ€mpfend auf die weitere Entwicklung der Tariflöhne aus.Â
Vor wenigen Tagen hat das Statistische Bundesamt fĂŒr sĂ€mtliche Arbeitnehmer einen Reallohnzuwachs von 2,9 Prozent berichtet bei einer Teuerung von 1,9 Prozent. Beide Angaben beziehen sich auf das dritte Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Reallöhne sind damit bereits das sechste Quartal in Folge gestiegen.


