Studie, Verbraucher

Studie: Verbraucher beim Heizen von Wohnungen sparsamer

10.10.2024 - 04:00:38

In deutschen MehrfamilienhĂ€usern ist im vergangenen Jahr deutlich weniger Energie fĂŒr Heizung und Warmwasser verbraucht worden. Doch an den Treibhausgasemissionen hat das wenig geĂ€ndert.

Die Bewohner von MehrfamilienhĂ€usern haben nach den zeitweise massiven Energiepreisanstiegen im vergangenen Jahr deutlich sparsamer geheizt. Wie aus einer vom Energiedienstleister techem veröffentlichten Auswertung hervorgeht, nahm der sogenannte Endenergieverbrauch 2023 bereinigt um Witterungseffekte im Vergleich zu 2021 um etwa neun Prozent ab. Damit ist die Energie gemeint, die fĂŒr Heizung, Warmwasserbereitung und als Strom ins GebĂ€ude eingespeist wird. «Seit Beginn unserer Erhebungen im Jahr 2011 hat es noch nie so einen niedrigen Verbrauch von Heizenergie gegeben», sagte Joachim Klein, Experte fĂŒr Energie- und CO2-Kennzahlen bei techem.

Höhere Emissionen durch FlĂŒssiggas

Trotzdem seien die Treibhausgasemissionen in Wohnungen auf hohem Niveau geblieben. Die Autoren der Studie begrĂŒndeten dies mit VerĂ€nderungen beim Transport fossiler EnergietrĂ€ger. Deutlich wird das am Beispiel von Erdgas, mit dem gut die HĂ€lfte der FlĂ€che der Wohnungen in MehrfamilienhĂ€usern beheizt wird. Wenn es durch Pipelines nach Deutschland gelange, entstĂŒnden deutlich geringere Emissionen als beim FlĂŒssiggas, das mit Schiffen beispielsweise aus den USA nach Europa beziehungsweise Deutschland gebracht wird, erlĂ€uterten die Autoren der Studie. 

Im Schnitt stießen die Nutzer einer Mehrfamilienhauswohnung im Jahr 2023 insgesamt 1,92 Tonnen CO2 alleine durch die Erzeugung von WĂ€rme zur Raumheizung (1,55 Tonnen) sowie fĂŒr die Trinkwasser-ErwĂ€rmung (0,37 Tonnen) aus. Damit blieben die Emissionen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Zusammen mit den Emissionen durch den Verbrauch von Haushaltsstrom von im Mittel 1,1 Tonnen belief sich der Ausstoß einer Wohnung 2023 auf durchschnittlich drei Tonnen Treibhausgase.

Fossile EnergietrÀger bei WÀrmeerzeugung dominant

Dabei variierten die Emissionen fĂŒr Heizung und Warmwasser je nach EnergietrĂ€ger: Wohnungen, die Heizöl nutzten, emittierten mit rund 2,6 Tonnen mit Abstand am meisten CO2, bei WĂ€rmepumpen waren es 1,1 Tonnen und bei nachhaltig erzeugten Holzpellets 0,1 Tonnen. Insgesamt bleiben fossile EnergietrĂ€ger bei der WĂ€rmeerzeugung dominant - rund 90 Prozent des Mehrfamilienhausbestands nutzen sie der Auswertung zufolge zur WĂ€rmeerzeugung fĂŒr Heizung und Warmwasser. Gas bleibt dabei der am hĂ€ufigsten genutzte fossile EnergietrĂ€ger. Der Anteil von Heizöl ist von 16 Prozent im Jahr 2013 auf rund 9 Prozent im vergangenen Jahr gesunken.

Die Studie basiert auf der Auswertung von Daten aus dem vergangenen Jahr zu Verbrauch sowie Kosten fĂŒr Heizung und Warmwasser aus 1,2 Millionen Wohnungen in rund 110.000 MehrfamilienhĂ€usern in Deutschland. 2021 wurde als Vergleichsbasis fĂŒr den Verbrauch der Heizenergie verwendet, da sich mit Beginn des Ukrainekrieges massive Preiserhöhungen ergaben, die auch Einfluss auf das Verbrauchsverhalten hatten, wie Energieexperte Klein erlĂ€uterte.

@ dpa.de