Informationsfreiheit, Kabinett

Informationsfreiheit: Kabinett beschließt massive Hürden für Auskunftsanträge

02.07.2026 - 23:29:11 | boerse-global.de

Koalitionsausschuss beschließt massive Einschränkungen beim Informationsfreiheitsgesetz. NGOs und Medien sollen künftig ausgeschlossen werden.

Bundesregierung verschärft IFG: Neue Hürden für Informationszugang
Informationsfreiheit - Eine Hand hält eine Lupe über ein verschwommenes Regierungsdokument, das Transparenz und staatliche Informationen symbolisiert. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das beschloss der Koalitionsausschuss am heutigen Donnerstag.

Neue Hürden für Antragsteller

Kern der Reform: Künftig sollen nur noch natürliche Personen Auskunft nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) verlangen können. Sie müssen zudem ein berechtigtes Interesse nachweisen. Umwelt- und Bürgerrechtsorganisationen sowie NGOs wären damit vom Auskunftsanspruch ausgeschlossen.

Parallel dazu fällt die Gebührenobergrenze von 500 Euro weg. Die Verwaltung kann künftig kostendeckende Gebühren ohne feste Höchstgrenze verlangen. Zudem prüft die Regierung, das Antragsrecht auf in Deutschland lebende deutsche und EU-Bürger zu begrenzen.

Mehr Schwärzungen, weniger Transparenz

Die Reform sieht auch eine Ausweitung der Schwärzungspraktiken vor. Namen von Mitarbeitern in Behördendokumenten sollen grundsätzlich unkenntlich gemacht werden. Zur Begründung verweist die Regierung auf Spionageabwehr und den Schutz kritischer Infrastrukturen.

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Branchenbeobachter sprechen von einer faktischen Aushöhlung des Transparenzanspruchs. Arne Semsrott, Leiter des Portals FragDenStaat, bezeichnete die Pläne als „schwersten Angriff auf die Transparenz in der Geschichte des Gesetzes“. Das Portal netzpolitik.org spricht von einem „Frontalangriff auf den Journalismus“.

Scharfe Kritik aus Opposition und Medienverbänden

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Hendrik Zörner, befürchtet eine massive Beschädigung der Informationsfreiheit. Die Informationsbeschaffung für Medienvertreter werde erheblich erschwert.

Clara Bünger, Fraktionsvize der Linken, stufte die Pläne als „Angriff auf die Pressefreiheit und das parlamentarische Kontrollrecht“ ein. Die Regierung mache sich durch die Einschränkungen unangreifbar. Grünen-Vize Konstantin von Notz sprach von einem „krassen Rückschritt für die Informationsrechte“.

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Personeller Wechsel an der Spitze

Die geplanten Änderungen fallen in eine Phase personellen Wechsels beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Die Neuregelungen wurden noch mit der scheidenden Amtsinhaberin Specht-Riemenschneider abgestimmt. Ihr Nachfolger Hennemann tritt sein Amt am 1. Oktober an. Zu den laufenden Gesetzgebungsplänen hat er sich bislang nicht geäußert.

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