Kabinett beschließt Start-up-Strategie: 25 Milliarden für Rüstungsfokus
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 22:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Kommission will ihren Emissionshandel grundlegend reformieren. Ein am 17. Juli vorgestellter Plan sieht vor, die Ausgabe von CO?-Zertifikaten bis Mitte der 2040er-Jahre zu verlängern – statt wie bisher geplant bis 2039. Grund ist der wachsende internationale Wettbewerbsdruck und die hohen Energiekosten in Europa.
Kostenlose Zertifikate nur gegen Investitionen
Die Strategie kombiniert eine Verlangsamung der Emissionssenkungen mit gezielter Förderung des ökologischen Wandels. Kostenlose Emissionszertifikate sollen demnach bis 2038 verlängert werden. Ab 2031 wird die Zuteilung aber an eine strikte Bedingung geknüpft: Unternehmen müssen in die Dekarbonisierung ihrer europäischen Standorte investieren.
Die Wirtschaft reagiert gespalten. Ein Hauptgeschäftsführer einer Industrie- und Handelskammer lobte zwar die Anerkennung der industriellen Realität. Gleichzeitig kritisierte er, die Reform bleibe auf halbem Weg stehen. Es fehle an der Berücksichtigung bereits getätigter Investitionen und an konsequentem Bürokratieabbau. Zudem forderte er mehr Technologieoffenheit und eine internationalere Ausrichtung der Klimapolitik.
Deutsche Umweltverbände schlagen Alarm
Parallel dazu verschärft sich in Deutschland die Debatte um die nationale Energiewende. Mehrere Umweltverbände – darunter BUND, Deutsche Umwelthilfe und NABU – warnten am heutigen Mittwoch vor einem massiven Rückschritt. Sie kritisieren das geplante Netzpaket und die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Besonders umstritten: der sogenannte Redispatch-Vorbehalt und das geplante Auslaufen der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen. Die Verbände sehen die Investitionssicherheit gefährdet. Auch aus der Politik kommt deutliche Kritik am Referentenentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Reiche. Der Grünen-Politiker Michael Kellner warnt vor dem Verlust von rund 10.000 Arbeitsplätzen im Handwerk. Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Ministerin zudem auf, ihren Widerstand gegen die EU-Methanverordnung aufzugeben.
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Kabinett beschließt Start-up-Strategie mit Rüstungsfokus
Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, setzt die Bundesregierung auf technologische Innovationen. Das Bundeskabinett beschloss heute eine umfassende Start-up- und Scale-up-Strategie mit über 150 Einzelmaßnahmen. Ein Novum: Erstmals liegt ein Schwerpunkt auf Verteidigungstechnologien. Der Bund soll sich künftig direkt an Rüstungs-Start-ups beteiligen können.
Zudem wird der Zukunftsfonds über 2030 hinaus verlängert. Die WIN-Initiative für Wagniskapital soll auf über 25 Milliarden Euro verdoppelt werden. Auf europäischer Ebene drängt Deutschland beim informellen Forschungsministertreffen in Dublin auf weniger Bürokratie. Forschungsministerin Dorothee Bär betont die Notwendigkeit eines sicheren Rahmens für die Wissenschaft und eines gestärkten europäischen Forschungsraums.
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Strompreise als Standortrisiko
Die Initiativen stehen vor einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Branchenexperten zufolge liegen die Stromkosten in Europa derzeit beim Zwei- bis Dreifachen des US-Niveaus. Gleichzeitig steigt die Nachfrage: Rechenzentren werden bis Ende des Jahrzehnts über 70 Prozent mehr Strom benötigen.
Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor einem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands. Internationale Handelshemmnisse wie US-Zölle hätten bereits zu gestrichenen Investitionen bei zahlreichen Unternehmen geführt.
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