Kibiz-Reform NRW: 200 Millionen Euro fĂŒr flexible Betreuungszeiten
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 23:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der nordrhein-westfĂ€lische Landtag hat am heutigen Donnerstag die Reform des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) verabschiedet. Die Novelle von CDU und GrĂŒnen sieht flexiblere Betreuungszeiten und Millionen-Hilfen vor. Die Opposition lehnt das Paket geschlossen ab.
Flexiblere Zeiten, gröĂere Gruppen
Ein Kernpunkt: KĂŒnftig gibt es Kern- und Randzeiten. Die Kernzeit muss mindestens 35 Stunden pro Woche umfassen, tĂ€glich fĂŒnf Stunden mit qualifiziertem Fachpersonal. In den Randzeiten â bis zu zehn Stunden pro Woche â dĂŒrfen auch Kinderpfleger eingesetzt werden. Die Teilnahme ist fĂŒr die TrĂ€ger freiwillig.
Eltern buchen Betreuungszeiten kĂŒnftig in FĂŒnf-Stunden-Schritten â zwischen 25 und 45 Stunden pro Woche. Zudem erlaubt die Reform eine dauerhafte Ăberbelegung von maximal zwei Kindern pro Gruppe. In akuten FĂ€llen sind sogar sechs Wochen lang zwei zusĂ€tzliche Kinder erlaubt.
200 Millionen Euro extra â aber reicht das?
Das Land stockt die Mittel jĂ€hrlich um 200 Millionen Euro auf. Davon flieĂen 50 Millionen in die Sprachförderung, 37 Millionen in das Kita-Helfer-Programm, das auf alle rund 10.000 Einrichtungen ausgeweitet wird. Ăltere, eingruppige Kitas erhalten bis zu 15.000 Euro pro Jahr zusĂ€tzlich.
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Das Ziel: Die strukturelle Finanzierung stabilisieren und Erzieher von Verwaltungsaufgaben entlasten. Die Reform tritt im Sommer 2027 in Kraft.
ABC-Klassen: Sprachförderung vor der Schule
Parallel dazu beschloss der Landtag die EinfĂŒhrung von ABC-Klassen. Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen dort Kinder mit Sprachdefiziten gefördert werden â zweimal zwei Stunden pro Woche. Die Schulanmeldung wird dafĂŒr vorgezogen, erste Sprachtests sind fĂŒr das FrĂŒhjahr 2028 geplant.
Geschlossene Ablehnung von Opposition und VerbÀnden
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SPD, FDP und AfD stimmten geschlossen gegen die Reform. Ihre Kritik: Die Neuregelungen lösen weder den FachkrÀftemangel noch die hohe Arbeitsbelastung des Personals.
Schon am Mittwoch hatte ver.di schwere Bedenken angemeldet. Die Gewerkschaft erklĂ€rte, die Reform gehe zu Lasten von Kindern, Eltern und BeschĂ€ftigten. GröĂere Gruppen und flexible Zeiten erschwerten die Personalplanung. Auch die GEW kritisierte das Gesetz und forderte bessere PersonalschlĂŒssel und eine nachhaltigere Finanzierung.
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