Lenovo: Über 90 Prozent Grünstrom weltweit – Branchenvorbild
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach eigenen Angaben stammen inzwischen mehr als 90 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Der Schritt erfolgt in einem sich verschärfenden PC-Markt, wo ökologische Kriterien zum Differenzierungsmerkmal werden.
Strategische Mischung aus Eigenstrom und Lieferverträgen
Lenovo setzt bei der Umstellung auf eine Kombination aus eigener Stromerzeugung an den Standorten und langfristigen Lieferverträgen für Grünstrom. Mit der Quote von über 90 Prozent liegt das Unternehmen an der Spitze der Branche. Der IT-Sektor ist global für mehr als zwei Prozent der CO?-Emissionen verantwortlich.
Parallel dazu festigt Lenovo seine Position als Weltmarktführer im PC-Geschäft. Laut Marktforscher IDC hält der Konzern im zweiten Quartal 2026 einen Marktanteil von 24,4 Prozent. Das entspricht rund 16,6 Millionen ausgelieferten Geräten. Der Gesamtmarkt schrumpfte im selben Zeitraum um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Einheiten.
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Der Vorstoß von Lenovo ist Teil eines breiteren Branchentrends. Immer mehr Unternehmen legen verbindliche Umweltziele offen. Der Verpackungsspezialist Gerresheimer etwa veröffentlichte kürzlich seinen ersten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Das Unternehmen senkte seine Emissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 im Vergleich zu 2019 bereits um 31 Prozent. Bis 2030 strebt es eine Reduktion um 52 Prozent an.
Auch die Oikos Group berichtet von Fortschritten und nutzt dafür die European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Unterstützt werden solche Standardisierungen durch das Forschungsprojekt ECO:DIGIT. Zwischen Mitte 2023 und Frühjahr 2026 entstanden dort Open-Source-Werkzeuge für präzisere CO?-Messungen in Cloud-Umgebungen.
Rechenzentren als Effizienzhebel
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Die Industrie profitiert von einem sich wandelnden Energieumfeld. In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung in Deutschland auf 61,8 Prozent. Die Solarenergie erreichte mit 43,2 Terawattstunden einen neuen Höchstwert – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ein zentraler Hebel für die IT-Branche bleibt die Effizienz von Rechenzentren. Sie verbrauchen global zwei bis drei Prozent des Stroms. Moderne Anlagen arbeiten deutlich effizienter als ältere On-Premises-Lösungen. Während traditionelle Strukturen oft einen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von über 2,0 aufweisen, erreichen spezialisierte Rechenzentren mittlerweile Werte unter 1,3. Solche Effizienzgewinne in Kombination mit 100 Prozent Grünstrom gelten in der Industrie längst nicht mehr nur als ökologische Notwendigkeit, sondern als handfester Wettbewerbsvorteil.
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