Mercedes investiert Milliarde in Ungarn: Deutsche Werke unter Druck
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Produktionsvorstand Michael Schiebe fordert lĂ€ngere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich â und verteidigt gleichzeitig Milliardeninvestitionen im Ausland.
Der Autobauer steht unter massivem Kostendruck. Vor allem chinesische Hersteller machen dem Stuttgarter Konzern das Leben schwer. Schiebe will WerksschlieĂungen in Deutschland verhindern. Das sei aber nur möglich, wenn sich die Arbeitnehmerseite auf flexiblere und lĂ€ngere Arbeitszeiten einlĂ€sst.
Expansion in Ungarn als Strategie
Ein zentraler Baustein der Konzernstrategie ist der Ausbau des Werks im ungarischen KecskemĂ©t. Rund eine Milliarde Euro flieĂen dort in die Verdopplung der ProduktionskapazitĂ€ten. KĂŒnftig sollen mehrere hunderttausend Fahrzeuge pro Jahr vom Band laufen.
Schiebe rechtfertigt diesen Schritt als notwendig fĂŒr die Sicherung des Gesamtunternehmens â und damit indirekt auch der deutschen ArbeitsplĂ€tze. Die Standortvorteile in Ungarn sind klar: Die geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf sind höher, der Krankenstand niedriger. WĂ€hrend die Produktion von Kompaktmodellen zunehmend nach Osteuropa wandert, soll die WettbewerbsfĂ€higkeit gegenĂŒber der Konkurrenz aus Fernost erhalten bleiben.
Tarifkonflikt zeichnet sich ab
Wer die Verlagerung der Kompaktmodell-Produktion nach Ungarn und die Forderung nach unbezahlter Mehrarbeit richtig einordnen will, findet in diesem Report die wichtigsten Hebel â von der Standortsicherung bis zum Verhandlungsleitfaden fĂŒr BetriebsrĂ€te. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Das Management fordert eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne entsprechenden Lohnausgleich. Schiebe warnt: Ohne Einigung mit der Belegschaft seien WerksschlieĂungen nicht mehr auszuschlieĂen.
Die IG Metall reagiert prompt. Die Gewerkschaft lehnt unbezahlte Mehrarbeit ab und pocht auf die Einhaltung bestehender Tarifstandards. Ein tiefgreifender Konflikt zwischen Konzernleitung und Arbeitnehmervertretung zeichnet sich ab.
Rastatt bleibt wichtiger Standort
Trotz der Verlagerungstendenzen: Das Werk in Rastatt bleibt ein wichtiger Pfeiler der Produktionsstrategie. Am 29. Juli 2026 steht die Vorstellung der dritten Generation des GLA an. Das Kompakt-SUV soll weiterhin in Rastatt vom Band laufen.
BetriebsrĂ€te und Standortleiter, die bereits den Druck durch die IG Metall-Forderungen und die Milliarden-Investition in KecskemĂ©t spĂŒren, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan zur Standortsicherung â bevor die nĂ€chste Restrukturierungswelle rollt. Dieser Leitfaden liefert konkrete Verhandlungsstrategien und KostensenkungsansĂ€tze ohne Lohnverzicht. Standort-Sicherungs-Leitfaden jetzt sichern
Der GLA bildet den Kern der Elektrifizierungsstrategie auf der sogenannten MMA-Plattform. Ab diesem Jahr kommt das Modell als vollelektrische Variante, ab 2027 auch als Hybrid. Das Werk ist auf 200.000 Einheiten jÀhrlich ausgelegt.
Die Bedeutung zeigt sich auch in den Absatzzahlen: Vom Modell CLA wurden in der ersten JahreshĂ€lfte 2026 in Deutschland 16.883 Einheiten registriert â die Produktion lĂ€uft bereits im Dreischicht-Betrieb. Dennoch macht die Strategie des Vorstands klar: KĂŒnftig sollen verstĂ€rkt Kompaktmodelle in Ungarn produziert werden. Die deutschen Standorte konzentrieren sich auf technologisch anspruchsvollere und elektrifizierte Plattformen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
