ROUNDUP, Trumps

Trumps neue Zölle zunĂ€chst auch fĂŒr Kanada ausgesetzt

03.02.2025 - 23:46:07

Nach Mexiko gewÀhrt US-PrÀsident Donald Trump bei den von ihm angedrohten Zöllen nun auch dem Nachbarland Kanada Aufschub.

Die Strafzölle, die um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten sollten, wĂŒrden fĂŒr einen Monat ausgesetzt, schrieb der kanadische Premier Justin Trudeau auf X. Trump bestĂ€tigte den Aufschub ĂŒber die von ihm mitbegrĂŒndete Plattform Truth Social.

Kanada erklÀrte sich im Gegenzug zu ZugestÀndnissen bei der Grenzsicherung bereit. "Kanada setzt unseren 1,3 Milliarden Dollar (870 Millionen Euro) teuren Grenzplan um - die Grenze wird mit neuen Hubschraubern, Technologie und Personal verstÀrkt, die Koordination mit unseren amerikanischen Partnern verbessert und die Ressourcen werden aufgestockt, um den Fluss von Fentanyl zu stoppen", so Trudeau.

Außerdem wĂŒrden bislang und auch weiterhin fast 10.000 KrĂ€fte fĂŒr die Sicherung der Grenze eingesetzt sowie weitere Maßnahmen gegen grenzĂŒberschreitende KriminalitĂ€t ergriffen.

Alter Plan neu aufgelegt

Trudeau versucht Trump dabei offenbar mit einem nicht ganz neuen Vorschlag zu beschwichtigen. Einen Plan von 1,3 Milliarden kanadischen Dollar zur Grenzsicherung hatte Ottawa nÀmlich bereits nach Trumps Wahl vorgestellt - nach Lesart der kanadischen Medien als ZugestÀndnis an den neuen US-PrÀsidenten.

Drohender Handelskrieg

In den vergangenen Tagen hatte sich ein Handelskrieg zwischen den USA und seinen Nachbarn Kanada und Mexiko sowie China angebahnt. Trump hatte angekĂŒndigt, das erhebliche Handelsdefizit seines Landes gegenĂŒber den anderen LĂ€ndern mit Hilfe von Zöllen bekĂ€mpfen zu wollen. Kanada hatte umgehend Vergeltungszölle auf Einfuhren aus den USA angekĂŒndigt.

Im Falle Mexikos lenkte Trump nach einem GesprĂ€ch mit PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum ein und setzte die Zölle fĂŒr den Monat Februar aus. Im Gegenzug soll Mexiko unter anderem 10.000 Soldaten an die gemeinsame Grenze schicken, um illegale GrenzĂŒbertritte sowie den Drogenschmuggel einzudĂ€mmen.

Trump: "Fairness fĂŒr alle!"

In den USA hat Fentanyl bereits zu einem enormen Drogenproblem mit Zehntausenden Toten gefĂŒhrt. Nach Angaben des US-Instituts, das Drogenmissbrauch erforscht, starben durch eine Überdosis synthetischer Opioide - vor allem Fentanyl - allein im Jahr 2021 mehr als 70.000 Menschen.

Als PrĂ€sident sei es seine Aufgabe, "die Sicherheit aller Amerikaner zu gewĂ€hrleisten", schrieb Trump bei Truth Social, nachdem Trudeau die Einigung bekanntgegeben hatte. "Ich bin mit diesem ersten Ergebnis zufrieden." In den kommenden 30 Tage mĂŒsse eruiert werden, "ob ein finaler wirtschaftlicher Deal mit Kanada gefunden werden kann, oder nicht", erklĂ€rte er weiter. "Fairness fĂŒr alle!"

Trump hatte am Wochenende angekĂŒndigt, Importe aus Mexiko und Kanada mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent zu belegen - ausgenommen waren Energie-Einfuhren aus Kanada, auf die nur AufschlĂ€ge in Höhe von 10 Prozent fĂ€llig geworden wĂ€ren. Auch auf Einfuhren aus China kĂŒndigte Trump zusĂ€tzliche 10 Prozent an. Die neuen Zölle fĂŒr Einfuhren aus China blieben zunĂ€chst bestehen.

@ dpa.de