Spanien, Deutschland

Studie: Immer mehr EU-BĂŒrger kaufen gefĂ€lschte Markenwaren

12.06.2023 - 10:01:22

Produktpiraterie ist ein - kriminelles - Milliarden-GeschÀft. So manchen Verbraucher in Europa stört das aber offenbar nicht, wie jetzt eine Studie herausfindet.

Trotz aller BemĂŒhungen zur AufklĂ€rung ĂŒber Folgen und Risiken von Produktpiraterie kaufen immer mehr EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er gefĂ€lschte Markenwaren. Das geht aus einer Studie des Amtes der EuropĂ€ischen Union fĂŒr geistiges Eigentum (EUIPO) hervor, die am Montag am Amtssitz im spanischen Alicante veröffentlicht wurde.

Mehr als jeder achte Befragte rĂ€umte ein, in den vergangenen zwölf Monaten wissentlich nachgeahmte Produkte wie etwa Kleidung, Schuhe, Smartwatches oder ParfĂŒms erworben zu haben. Das sind 13 Prozent - acht Prozentpunkte mehr als bei der letzten reprĂ€sentativen EUIPO-Erhebung ĂŒber die Wahrnehmung von geistigem Eigentum im Jahr 2020.

Bei den 15- bis 24-JĂ€hrigen lag der Anteil sogar bei 26 Prozent. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als vor rund drei Jahren. Die Studie mache deutlich, dass mehr fĂŒr den Verbraucherschutz getan werden muss, sagte EUIPO-Exekutivdirektor Christian Archambeau. Als Hauptgrund fĂŒr den Kauf von FĂ€lschungen wurde der Preis angegeben.

Auch in Deutschland Tendenz nach oben

Im Vergleich zu anderen EU-LÀndern schneidet Deutschland relativ gut ab. «Nur» zehn Prozent aller mehr als eintausend Befragten mit deutschem Wohnsitz gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten wissentlich Nachahmer-Waren gekauft zu haben. Aber auch in Deutschland gibt es eine klare Tendenz nach oben, denn bei der letzten Studie waren es mit vier Prozent nicht einmal halb so viele.

Bulgarien mit 24 Prozent sowie Spanien (20), Irland, Luxemburg (beide 19) und RumĂ€nien (18) liegen deutlich ĂŒber EU-Durchschnitt. Am «besseren» Ende der Rangliste liegt Finnland mit acht Prozent.

Die Produktpiraterie ist ein MilliardengeschĂ€ft. Allerdings auch ein kriminelles. Und die große Mehrheit der EU-BĂŒrger ist sich darĂŒber im Klaren. Rund 80 Prozent stimmten der Aussage zu, dass durch gefĂ€lschte Waren kriminelle Organisationen unterstĂŒtzt und Unternehmen und ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet werden. Zwei Drittel gaben an zu wissen, dass FĂ€lschungen eine Bedrohung fĂŒr die Gesundheit und Sicherheit der Konsumenten und auch fĂŒr die Umwelt darstellen.

Es gibt viel Akzeptanz

Die EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er seien sich «zunehmend der Risiken und Folgen des Kaufs gefĂ€lschter Waren und des Zugriffs auf Inhalte aus illegalen Quellen bewusst», so die EUIPO. Und dennoch: Nach der Studie hĂ€lt fast jeder dritte EU-BĂŒrger den Kauf von gefĂ€lschten Waren nach wie vor fĂŒr akzeptabel. Bei den jĂŒngeren Verbrauchern zwischen 15 und 24 Jahren klettert der Anteil der Menschen mit dieser Einstellung in der EU sogar von 31 auf 50 Prozent.

Im Bereich der Online-Inhalte versicherten 80 Prozent der befragten EuropĂ€er, sie seien gegen die Nutzung von Raubkopien. Sie nutzten fĂŒr den Zugriff auf Online-Inhalte lieber legale Quellen, wenn es eine bezahlbare Möglichkeit gibt. Eine große Mehrheit von 65 Prozent bezeichnete es aber als akzeptabel, Inhalte illegal herunterzuladen, wenn diese in den legalen Quellen nicht zur VerfĂŒgung stehen. 14 Prozent griffen nach eigenen Angaben in den letzten zwölf Monaten wissentlich auf Inhalte aus illegalen Quellen zu.

@ dpa.de

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