Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: 30,5 Milliarden Euro Produktivitätspotenzial

27.06.2026 - 02:30:24 | boerse-global.de

Fachleute diskutieren auf dem Präventionsforum über psychische Belastungen. Eine Studie zeigt ein Produktivitätspotenzial von 30,5 Milliarden Euro durch mehr Vertrauen.

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Milliardenpotenzial durch Vertrauenskultur
Psychische - Eine Gruppe von Fachleuten diskutiert in einem modernen Konferenzraum über psychische Gesundheit und Prävention am Arbeitsplatz. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni in Berlin beim elften Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) über psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse fließen in die nationale Präventionsstrategie ein – und das hat Gründe. Bereits 2024 waren psychische Störungen die dritthäufigste Ursache für krankheitsbedingte Ausfälle.

Vertrauen lohnt sich: 30,5 Milliarden Euro Produktivitätspotenzial

Eine Studie des BSI aus Februar 2026 zeigt: Offene Kommunikation zahlt sich aus. Für die Untersuchung wurden 2.025 Menschen in Deutschland befragt. Das Ergebnis: Deutsche Unternehmen könnten durch eine gestärkte Vertrauenskultur jährlich 30,5 Milliarden Euro mehr produzieren. 22,1 Milliarden Euro entfallen auf weniger psychische Belastungen, 8,4 Milliarden auf körperliche Faktoren. Besonders Baugewerbe, Gesundheitswesen und Handel würden profitieren.

Programme wie „fit2work“ bieten kostenlose Beratung für Beschäftigte und Unternehmen. Experten des ÖGB warnen allerdings: Männer suchten oft erst nach einem totalen Zusammenbruch Hilfe. Schätzungen zufolge leiden 20 bis 25 Prozent der Erwerbstätigen an Burnout.

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Neue Regeln für Homeoffice und Langzeiterkrankungen

Das Landessozialgericht Darmstadt traf am 26. Juni eine wichtige Entscheidung: Der Weg zum Mittagessen im Homeoffice kann unter bestimmten Voraussetzungen unfallversichert sein. Voraussetzung: Der Weg dient der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und ist betrieblich veranlasst.

Am selben Tag einigten sich Bund, Länder und Sozialversicherungen auf einen neuen Versorgungspfad für postakute Infektionssyndrome wie ME/CFS und Post-Covid. Die Sozialversicherungen übernehmen künftig eine tragende Rolle bei Diagnostik und Behandlung.

Kritik gibt es am geplanten Gesundheits-Digital-Gesetz (GeDIG). Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) bemängelt: Betriebsärzte könnten ohne Zustimmung der Beschäftigten auf Daten der elektronischen Patientenakte zugreifen. Der Verband fordert strenge datenschutzrechtliche Kontrollen.

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Hitzeschutz und Mental Load: Die neuen Baustellen

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert verbindliche EU-Regeln zum Hitzeschutz. In einem Seminar am 25. Juni in Palermo sprach sich die Organisation für verpflichtende Trinkpausen und gesicherten Wasserzugang aus. Weltweit sind laut WHO rund 2,4 Milliarden Beschäftigte übermäßiger Hitze ausgesetzt – mit Millionen Arbeitsunfällen jährlich. Auch Österreich warnte ab dem 26. Juni vor extremer Hitzebelastung und empfahl weniger körperliche Anstrengung.

Parallel rückt der „Mental Load“ in den Fokus: Die unsichtbare Last der Haushalts- und Familienorganisation trifft weiterhin überwiegend Frauen. Die Arbeiterkammer fordert, diese Belastung stärker bei der Bewertung der Arbeitsbelastung zu berücksichtigen.

Ausgezeichnet: Unternehmen mit Vorbildfunktion

Zürich Österreich erhielt den BGF-Preis 2026 für herausragendes betriebliches Gesundheitsmanagement. Das Unternehmen überzeugte mit Vital-Coachings und Unterstützung für pflegende Angehörige. Am 24. Juni wurde in Wien zudem der Staatspreis „Familie & Beruf“ verliehen. Zu den Preisträgern zählen die illwerke vkw AG und die Generali Versicherung AG – beide überzeugten durch familienfreundliches Employer Branding und Konzepte zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

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