Rentenkommission, Vorschläge

Rentenkommission: 33 Vorschläge für tiefgreifende Reform

22.06.2026 - 15:32:39 | boerse-global.de

Rentenkommission empfiehlt Kapitalrente und späteren Ruhestand. Gewerkschaften kündigen Widerstand gegen die Pläne an.

Reformpaket: Regierung und Sozialpartner ringen um Kompromisse
Rentenkommission - Vertreter von Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften sitzen an einem Tisch und diskutieren Reformen in einer professionellen Umgebung. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesregierung und die Spitzenverbände von Wirtschaft und Gewerkschaften haben am Montag im Kanzleramt über ein umfassendes Reformpaket verhandelt. Es war die zweite Runde des Dialogprozesses, der am 10. Juni startete.

Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) traf sich mit den Sozialpartnern, um über die Neuausrichtung zentraler Politikfelder zu beraten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahm nicht persönlich teil, betonte aber die grundsätzliche Notwendigkeit der Reformen.

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Breite Agenda, knifflige Details

Die schwarz-rote Koalition will noch vor der Sommerpause grundlegende Veränderungen auf den Weg bringen. Die Themenpalette ist breit: Arbeitsmarkt, Steuerpolitik, Bürokratieabbau und die Stabilisierung der Sozialversicherungen.

Während die Regierung auf eine zügige Einigung drängt, zeigen sich in den Details erhebliche Diskussionsbedarfe. Besonders zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern klaffen die Positionen auseinander.

Rentenkommission: Kapitalrente und späterer Ruhestand

Parallel zu den politischen Gesprächen übergab die Rentenkommission am Montag ihren Abschlussbericht. Das Papier enthält 33 Empfehlungen für eine tiefgreifende Reform der gesetzlichen Altersvorsorge.

Zentrale Vorschläge:

  • Einführung einer Kapitalrente, finanziert durch zwei Prozent des Bruttolohns – paritätisch getragen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern
  • Schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters: Nach 67 Jahren soll es alle zehn Jahre um sechs Monate steigen
  • Für langjährig Versicherte: Anhebung der Altersgrenze von 63 auf 64 Jahre
  • Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll künftig entfallen
  • Altersteilzeit erst ab 58 Jahren, das Blockmodell soll wegfallen
  • Ausweitung des Versichertenkreises: Auch Selbstständige, Beamte und Abgeordnete sollen einzahlen

Trotz dieser Maßnahmen prognostiziert die Kommission einen Anstieg des Beitragssatzes auf 19,9 Prozent im Jahr 2028.

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Arbeitsgeber loben – Gewerkschaften kündigen Widerstand an

Die Reaktionen auf die Vorschläge fallen erwartungsgemäß gespalten aus. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer begrüßten die Empfehlungen. Auch die Senioren-Union drängt auf eine schnelle Umsetzung.

Ganz anders die Gewerkschaften: Bereits am Sonntag hatten Verdi und die IG Metall die Pläne scharf kritisiert. IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigte entschlossene Ablehnung an. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren vor allem das sinkende Rentenniveau ab 2031 und die Anhebung des Renteneintrittsalters.

Auch aus der Politik kommt Gegenwind. Juso-Chef Philipp Türmer bezeichnete die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung als sozial ungerecht. Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sprach von drohenden Rentenkürzungen. Zustimmung gab es von den Kritikern nur für die Einbeziehung von Politikern und die Abschaffung von Minijobs.

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