Deutschland, Bayern

Siemens will Milliarden in Asien, USA und Europa investieren

15.06.2023 - 12:30:45

Siemens schraubt seine Investitionen in Fabriken nach oben. Sie verteilen sich weltweit und auch Europa und Deutschland bekommen einiges ab.

Siemens schraubt seine weltweiten Investitionen in Fabriken und andere Einrichtungen nach oben. Im laufenden Jahr sollen Investitionen von insgesamt 2 Milliarden Euro bekanntgegeben werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das sei doppelt so viel wie in den beiden letzten Jahren zusammen, sagte Konzernchef Roland Busch. Allerdings sind - Stand Donnerstag - bereits etwa 1,2 Milliarden bekannt. Die verbleibenden 800 Millionen sollen in die USA und nach Europa fließen, wofĂŒr genau ließ Busch aber noch offen.

Aktuell kĂŒndigte Siemens den Bau einer neuen High-Tech-Fabrik in Singapur mit 400 ArbeitsplĂ€tzen fĂŒr 200 Millionen an. Zudem wird das Werk im chinesischen Chengdu fĂŒr 140 Millionen Euro erweitert, wobei ebenfalls 400 neue ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden. Beide Fabriken stellen Automatisierungstechnologie fĂŒr Maschinen und Produktionsanlagen her.

Bereits etwas lĂ€nger bekannt sind Investitionen unter anderem in Tschechien, Amberg, Frankfurt und den USA. Parallel zu den 2 Milliarden Euro Investitionen will Siemens seine Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung erhöhen. Sie sollen um 500 Millionen ĂŒber Vorjahr liegen, was insbesondere den Bereichen kĂŒnstliche Intelligenz und industrielles Metaversum zugute kommen wird, in denen Siemens unter anderem mit Nvidia und Microsoft zusammenarbeitet. In beiden Zahlen ist dabei die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers enthalten. Bei den bisher bekannten Investitionen macht das laut Busch 260 Millionen aus.

Große Nachfrage in China

Die Entscheidung fĂŒr Singapur als Standort fĂŒr die neue Fabrik begrĂŒndete Busch unter anderem damit, dass von dort dank Freihandelsabkommen alle asiatischen MĂ€rkte beliefert werden könnten. Berichte, dass er eigentlich China als Standort bevorzugt hĂ€tte und Singapur nur auf Druck des Aufsichtsrats den Zuschlag bekommen habe, dementierte der Konzernchef. Auch Forderungen aus der Politik, dass die Wirtschaft sich unabhĂ€ngiger von China machen solle, hĂ€tten damit nichts zu tun gehabt. Zudem investiere man ja auch in China, um die starke Nachfrage dort zu bedienen. Insgesamt wolle Siemens seine Produktion diversifizieren und unabhĂ€ngiger machen.

Siemens wachse deutlich schneller als der Markt, sagte Busch. «Daher kĂŒndigen wir heute eine Investitionsstrategie an, um das kĂŒnftige Wachstum zu fördern, Innovationen voranzutreiben und auch unsere eigene Resilienz (WiderstandsfĂ€higkeit) zu erhöhen.»

Wie viel von den 2 Milliarden Euro am Ende in Deutschland investiert werden wird, sagte Busch am Donnerstag nicht. Auf die Frage, ob der Hauptteil der Jobs außerhalb Deutschlands entstehen werde, sagte er aber nein.

Die GeschÀfte bei Siemens brummen zur Zeit. Im seit Oktober laufenden GeschÀftsjahr hat der Konzern seine Prognose bereits zwei Mal angehoben.

@ dpa.de

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