Sitzpausen: Schon fĂŒnf Minuten intensive AktivitĂ€t senken Krebsrisiko um 22%
04.07.2026 - 21:29:51 | boerse-global.de
Das belegt eine Anfang Juli veröffentlichte Studie der University of Glasgow in der Fachzeitschrift PLOS Medicine.
Forscher um Dr. Frederick Ho werteten Daten von ĂŒber 91.000 Teilnehmern der britischen UK Biobank aus. Die Ergebnisse zeigen: Schon minimale AktivitĂ€t im Arbeitsalltag kann Leben retten.
Jede Stunde Sitzen erhöht das Risiko
Die Studie erfasste das Bewegungsverhalten ĂŒber durchschnittlich 12,4 Jahre. Pro zusĂ€tzlicher Stunde ununterbrochenen Sitzens steigt das Risiko, an Krebs zu sterben, um neun bis zehn Prozent.
Die Forscher nutzten Beschleunigungssensoren fĂŒr prĂ€zise Daten. Ergebnis: Viele Menschen verbringen rund 55 Prozent ihrer Wachzeit im Sitzen. Wer diese Phasen nicht regelmĂ€Ăig unterbricht, gefĂ€hrdet seine Gesundheit langfristig.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass körperliche InaktivitÀt bis 2030 weltweit auf 35 Prozent ansteigen könnte.
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Spaziergang senkt Risiko um zwölf Prozent
Schon geringfĂŒgige Ănderungen im Alltag wirken. Wer eine Stunde Sitzen durch leichte AktivitĂ€t wie Spazierengehen ersetzt, senkt sein Krebssterberisiko um zwölf Prozent.
Noch besser: 30 Minuten moderate Bewegung reduzieren das Risiko um acht Prozent. Bereits fĂŒnf Minuten intensive AktivitĂ€t bringen 22 Prozent weniger Risiko.
âSchon kurze Wege oder leichtes Aufstehen können schĂŒtzende Effekte erzielen", erklĂ€rt Dr. Ho. Unterbrochenes Sitzen ist generell mit einem 19 bis 20 Prozent niedrigeren Sterberisiko verbunden.
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Absolute Werte bleiben moderat
Das absolute Risiko blieb im Studienzeitraum moderat: Die KrebsmortalitĂ€t lag bei 1,9 Prozent. Dennoch betonen Fachleute die Bedeutung von Mikropausen fĂŒr die PrĂ€vention.
Parallel dazu meldeten deutsche Forscher Fortschritte in der Krebsbehandlung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) veröffentlichte am 2. Juli eine Studie in Immunity. Sie zeigt, wie Tumoren der Immuntherapie entkommen â die Blockade bestimmter Rezeptoren (P2RY2) verbesserte die Wirksamkeit.
WĂ€hrend solche AnsĂ€tze auf Behandlung abzielen, fokussiert die Glasgow-Studie auf PrĂ€vention. FĂŒr Unternehmen bedeutet das: Ergonomiekonzepte allein reichen nicht. Aktive Pausengestaltung ist der SchlĂŒssel zu langfristiger Gesundheit.
