Deutschland, Verkehr

Hohe Dieselpreise belasten Nahverkehrsunternehmen

30.03.2026 - 04:00:14 | dpa.de

Steigende Kraftstoffpreise erhöhen den Druck auf örtliche Busanbieter. Die Branche fordert politische UnterstĂŒtzung - und warnt vor LĂŒcken und AusfĂ€llen.

Der VDV warnt vor den Auswirkungen gestiegener Kosten fĂŒr die Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
Der VDV warnt vor den Auswirkungen gestiegener Kosten fĂŒr die Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise warnt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vor Einschnitten im Nahverkehrsangebot (ÖPNV) der Kommunen. «Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Lage», teilte der ÖPNV-GeschĂ€ftsfĂŒhrer beim VDV, Alexander Möller, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Die Branche kann die zusĂ€tzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen.» 

Die Unternehmen seien mit monatlichen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe konfrontiert. Bund und LĂ€nder seien jetzt gefordert, den Unternehmen zu helfen und schnelle Lösungen fĂŒr die Situation zu finden. «Nur mit politischer UnterstĂŒtzung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben», betonte Möller. 

Das fordert auch der Verband Baden-WĂŒrttembergischer Omnibusunternehmen (WBO) - und warnt vor dem Wegfall von Buslinien insbesondere in lĂ€ndlichen Regionen. «Wir stehen vor einer ernsthaften GefĂ€hrdung der MobilitĂ€t im Land», teilte WBO-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Yvonne HĂŒneburg mit. Die Unternehmen könnten die Kosten in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen.

Stark gestiegene Kosten

«Gerade bei kleineren Unternehmen sind Betriebsaufgaben dann wahrscheinlich», betonte sie. Dies sei fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum fatal, denn diese Unternehmen erschlössen das Land in der FlĂ€che und sorgten jeden Tag dafĂŒr, dass Kinder und Jugendliche sowie Arbeitnehmer zur Schule oder zur Arbeit kĂ€men. 

Wie viel Geld fĂŒr den Nahverkehr fließt

Die Nahverkehrsunternehmen leiden bereits seit der Corona-Pandemie unter stark gestiegenen Kosten fĂŒr Kraftstoffe und Energie. Seit Jahren fordern sie deshalb mehr Geld von Bund und LĂ€ndern. Der Nahverkehr wird zum Großteil durch staatliche Gelder finanziert. Der Bund stellt den LĂ€ndern dafĂŒr sogenannten Regionalisierungsmittel zur VerfĂŒgung. Derzeit sind das im Jahr rund 12 Milliarden Euro. Die Gelder steigen jĂ€hrlich um drei Prozent. Immer wieder wird ĂŒber die Erhöhung dieser Mittel gestritten. 

Aus Sicht der LĂ€nder braucht es bis 2031 rund 14 Milliarden Euro zusĂ€tzlich, um den Status quo beim Nahverkehrsangebot in Deutschland zu erhalten. Dieses Geld mĂŒsse der Bund bereitstellen.

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