Steuererhöhung 2027: Spirituosen und Sekt werden 20 Prozent teurer
04.07.2026 - 20:10:16 | boerse-global.de
Mediziner fordern Nachbesserungen.
20 Prozent mehr auf Spirituosen und Sekt
Ab 2027 sollen die SteuersĂ€tze fĂŒr Spirituosen und Sekt um 20 Prozent steigen. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium vor. Parallel dazu ist eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer geplant.
Die MaĂnahmen sind Teil des Bundeshaushalts 2027. Dieser sieht Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor, bei einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro.
UnterstĂŒtzung kommt von der Deutschen Allianz NichtĂŒbertragbare Krankheiten. Der Verband wies darauf hin, dass Rauchen den Staat jĂ€hrlich rund 97 Milliarden Euro kostet. 66 Prozent der Bevölkerung befĂŒrworten laut Umfragen eine höhere Tabaksteuer, 73 Prozent sogar eine spezielle Herstellerabgabe.
Ărztekammer fordert Ausweitung
Die BundesĂ€rztekammer begrĂŒĂte die PlĂ€ne am Samstag grundsĂ€tzlich, verlangte aber Nachbesserungen. Die geplante Steuererhöhung beschrĂ€nke sich auf Spirituosen und Sekt â das sei zu kurz gesprungen.
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Die Mediziner befĂŒrchten, dass Konsumenten auf Bier und Wein ausweichen. Sie fordern deshalb, die Steuererhöhung auf alle alkoholischen GetrĂ€nke auszuweiten. Zudem verlangt die BundesĂ€rztekammer, auch E-Zigaretten-Liquids deutlich höher zu besteuern.
Zuckersteuer kommt 2028
FĂŒr 2028 plant die schwarz-rote Koalition die EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer auf GetrĂ€nke. Die erwarteten Mehreinnahmen: rund 450 Millionen Euro pro Jahr.
Die GetrĂ€nkewirtschaft lehnt das Vorhaben ab. Der Deutsche StĂ€dtetag hingegen hat bereits konkrete Forderungen: Die 450 Millionen Euro sollen direkt an die Kommunen flieĂen, um lokale PrĂ€ventionsangebote zu finanzieren.
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Die genaue Ausgestaltung der Zuckersteuer ist noch offen. Die Ărzteschaft betont jedoch die gesundheitspolitische Bedeutung einer solchen Abgabe.
Mediziner fordern Zweckbindung
Ein zentrales Anliegen der BundesĂ€rztekammer: Die Steuereinnahmen mĂŒssen zweckgebunden sein. Die Kammer schlĂ€gt einen Public-Health-Fonds vor. In diesen sollen die Zusatzeinnahmen aus Tabak-, Alkohol- und Zuckersteuer flieĂen, um Gesundheitsvorsorge und PrĂ€vention zu finanzieren.
Die BranchenverbĂ€nde der Genussmittelindustrie warnen derweil vor einer ĂŒbermĂ€Ăigen Belastung von Unternehmen und Verbrauchern. Der Bundeshaushalt sieht zudem KĂŒrzungen beim Wohngeld und bei der Heizungsförderung vor.
