SteuerkriminalitÀt: Selbstanzeige abgeschafft, Strafen bis 15 Jahre
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:16 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig haben ein 26-Punkte-Programm gegen Steuer- und FinanzkriminalitĂ€t vorgestellt. Die Kernbotschaft: Steuerhinterzieher sollen kĂŒnftig hĂ€rter bestraft werden â und zwar als Verbrecher.
Selbstanzeige wird abgeschafft
Das bisherige Schlupfloch der strafbefreienden Selbstanzeige soll ersatzlos gestrichen werden. Bisher konnten SteuersĂŒnder durch vollstĂ€ndige Offenlegung einer Bestrafung entgehen. Damit ist bald Schluss.
Gleichzeitig wird die Steuerhinterziehung rechtlich neu eingestuft: Sie gilt kĂŒnftig als Verbrechen, nicht mehr als Vergehen. Die Mindeststrafe liegt dann bei einem Jahr Haft. Bei organisierter SteuerkriminalitĂ€t drohen sogar bis zu 15 Jahre â fĂŒnf mehr als bisher.
âRechtstreue BĂŒrger dĂŒrfen nicht durch das Fehlverhalten anderer benachteiligt werdenâ, betonte Klingbeil. Erste GesetzentwĂŒrfe sollen bereits im August 2026 vorliegen.
1.500 neue Zoll-Stellen und KI gegen BetrĂŒger
Angesichts der verschĂ€rften Kontrollen und der neuen KI-gestĂŒtzten Ermittlungsmethoden ist eine lĂŒckenlose Vorbereitung auf behördliche PrĂŒfungen fĂŒr Unternehmer essenziell. Dieser kostenlose Ratgeber liefert einen 12-Punkte-Selbstcheck, mit dem Sie die Kontrolle behalten und Ihre Steuerunterlagen rechtssicher aufbereiten. Kostenlose Checkliste fĂŒr die BetriebsprĂŒfung herunterladen
Die Regierung baut die Ermittlungsbehörden massiv aus. Beim Zoll entsteht ein neues Zentrum gegen Steuer- und FinanzkriminalitĂ€t. Ein Datenanalysezentrum mit KĂŒnstlicher Intelligenz soll kĂŒnftig komplexe Betrugsmuster in Echtzeit erkennen.
DafĂŒr stellt der Bund 1.500 neue Stellen beim Zoll bereit. Die Befugnisse zur Vermögensabschöpfung werden erweitert: VerdĂ€chtige Vermögenswerte können kĂŒnftig bis zu 180 Tage beschlagnahmt werden â auch ohne direkten Nachweis illegaler Herkunft.
ZusÀtzlich will der Staat stÀrker auf den Ankauf von Steuerdaten aus privaten Quellen setzen und die Besteuerung von Kryptogewinnen verschÀrfen.
Unternehmen mĂŒssen lĂ€nger Belege aufbewahren
FĂŒr Firmen und Gewerbetreibende kommen neue Pflichten. Die Aufbewahrungsfrist fĂŒr Buchungsbelege steigt von zehn auf 15 Jahre. Ein elektronisches Umsatzsteuermeldesystem soll Manipulationen verhindern.
Ab 2028 gilt eine verschĂ€rfte Registrierkassenpflicht fĂŒr bargeldintensive Betriebe mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz.
Die geplante Ausweitung der Befugnisse zur Vermögensabschöpfung sorgt bei vielen Sparern fĂŒr wachsende Unsicherheit ĂŒber den Schutz ihres privaten Eigentums. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, wie Sie Ihr Vermögen rechtzeitig absichern und sich gegen staatliche Eingriffe schĂŒtzen können. 5-Schritte-Plan zur Vermögenssicherung jetzt kostenlos anfordern
Die Regierung rechnet ab 2027 mit jĂ€hrlichen Mehreinnahmen von mindestens einer Milliarde Euro. Auch international will Deutschland enger kooperieren â etwa durch die StĂ€rkung der EuropĂ€ischen Staatsanwaltschaft.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
