Unterhaltsvorschuss, Ministerin

Unterhaltsvorschuss: Ministerin kürzt Leistung ab 16. Geburtstag

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung plant Kürzung des Unterhaltsvorschusses ab 16 Jahren. Verbände und Koalition kritisieren die Sparpläne scharf.

Unterhaltsvorschuss-Kürzung: Neue Altersgrenze ab 16 geplant
Eine nachdenkliche alleinerziehende Mutter schaut ihrem Kind beim Hausaufgabenmachen zu, mit Finanzdokumenten auf dem Tisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die staatliche Leistung soll künftig nur noch bis zum 15. Lebensjahr gezahlt werden – statt wie bisher bis zur Volljährigkeit.

Als Grund nennt das Ministerium strikte Sparvorgaben im Bundeshaushalt. Seit der Reform 2017 haben sich die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss vervierfacht. Der Bund trägt aktuell 40 Prozent der Kosten.

Rückkehr zu strengeren Altersgrenzen

Vor 2017 war die Zahlung auf Kinder bis zwölf Jahre begrenzt – und auf maximal 72 Monate. Die geplante Deckelung auf 15 Jahre ist eine teilweise Rückkehr zu diesen Regeln. Ab dem 16. Geburtstag hätten Kinder keinen Anspruch mehr.

Gleichzeitig bleibt die volle Anrechnung des Kindergeldes bestehen. Eigentlich hatte der Koalitionsvertrag eine hälftige Anrechnung versprochen – um Alleinerziehende zu entlasten. Doch die Haushaltslage mache das unmöglich, so die Regierung.

Sanktionen für Unterhaltspreller

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Um die Kassen zu entlasten, will das Ministerium den Rückgriff auf säumige Elternteile verbessern. Ein zentrales Element: der Entzug des Führerscheins als Sanktion. Wer seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt, soll den Lappen abgeben.

Doch die Kürzungen gehen weiter. Auch beim Elterngeld sind Einschnitte geplant: Die maximale Bezugsdauer soll von 14 auf 12 Monate sinken. Beim Kindersofortzuschlag sind ebenfalls Sparmaßnahmen im Gespräch.

Scharfe Kritik von Verbänden und Koalition

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Die Pläne stoßen auf massiven Widerstand. Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor steigender Kinderarmut. Sprecher Uwe Kamp fordert mehr Finanzspielräume für arme Kinder – statt Leistungen zu kürzen.

Auch innerhalb der Koalition gibt es heftigen Gegenwind. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann wirft der Regierung vor, Haushaltslöcher auf Kosten von Familien zu stopfen. Besonders kritisiert sie die Kumulation der Kürzungen: „Unterhaltsvorschuss, Elterngeld, Kindersofortzuschlag – das ist das falsche Signal.“

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