ROUNDUP, Trump

Trump gibt Forderung nach Waffenstillstand in Ukraine auf

16.08.2025 - 15:21:05

US-PrĂ€sident Donald Trump hat die Forderung nach einem Waffenstillstand in der Ukraine als Bedingung fĂŒr Friedensverhandlungen aufgegeben.

Das machte er nach dem Treffen mit Russlands PrÀsident Wladimir Putin in Alaska deutlich. EuropÀische Staats- und Regierungschefs teilten nach einem Telefonat mit Trump und dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj ihrerseits mit, dass der US-PrÀsident bereit sei, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben.

Der US-PrĂ€sident schrieb nach den GesprĂ€chen in seinem Kurznachrichtendienst Truth Social, alle seien sich einig gewesen, der beste Weg fĂŒr einen Frieden in der Ukraine sei es, direkt ein Friedensabkommen zu erreichen - und kein Waffenstillstandsabkommen, das oft nicht halte.

Den Gipfel mit Putin bezeichnete Trump als "großartigen und sehr erfolgreichen Tag in Alaska". Selenskyj werde nun am Montagnachmittag nach Washington kommen. Wenn alles klappe, werde dann ein Treffen mit Putin vereinbart.

Vor dem GesprĂ€ch mit dem russischen Staatschef hatte Trump noch auf eine sofortige Waffenruhe gedrungen. FĂŒr die europĂ€ischen VerbĂŒndeten war dies in den Tagen vor dem Gipfel eines der wichtigsten Anliegen. "Ein Waffenstillstand muss am Anfang stehen", hatte Bundeskanzler Friedrich Merz deutlich gemacht.

Aus europÀischer Sicht eine Katastrophe

Dass Trump nun offenbar auf die russische Linie einschwenkt, gilt als schwere Niederlage fĂŒr die transatlantische Allianz. Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Bundeswehr-UniversitĂ€t MĂŒnchen sagte der "Bild": "Indem Trump eine sofortige Waffenruhe ausschlĂ€gt und stattdessen ein "Friedensabkommen" verhandeln will, hat er sich auf Putins Seite gestellt. Das ist aus europĂ€ischer Sicht eine Katastrophe."

Russlands Ex-PrÀsident Dmitri Medwedew triumphierte. "Das Treffen hat gezeigt, dass Verhandlungen ohne vorherige Bedingungen und gleichzeitig mit der Fortsetzung der militÀrischen Spezialoperation möglich sind", schrieb Medwedew bei Telegram. Mit militÀrischer Spezialoperation bezeichnet Russland offiziell den Krieg gegen die Ukraine.

Unklar war indes, ob Putin ZugestĂ€ndnisse gemacht hatte bei dem etwa dreistĂŒndigen GesprĂ€ch mit Trump. Ein Dreier-Treffen mit Trump, Putin und Selenskyj war nach Angaben aus Moskau kein Thema.

EuropÀer: USA zu Sicherheitsgarantieren bereit

US-Senator Lindsey Graham Ă€ußerte dagegen die Hoffnung, ein solcher Dreier-Gipfel könne den Durchbruch zu einem Frieden noch vor Weihnachten bringen. Wenn es nicht zu einem solchen Treffen kommen sollte, forderte er Konsequenzen fĂŒr Putin und "diejenigen, die sein Öl und Gas kaufen".

Die Frage, ob die USA als Garantiemacht fĂŒr einen Frieden zur VerfĂŒgung stehen, blieb aus Washington unbeantwortet. In einer Stellungnahme mehrerer europĂ€ischer Staats- und Regierungschefs - unter ihnen Kanzler Friedrich Merz - hieß es dagegen, man begrĂŒĂŸe, dass Washington zu Sicherheitsgarantien bereit sei.

Der britische Premier Keir Starmer sagte einer separaten Mitteilung zufolge: "Ich begrĂŒĂŸe die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, gemeinsam mit Europa im Rahmen eines Abkommens der Ukraine solide Sicherheitsgarantien zu geben." Italiens Regierungschefin Giorgia Melone teilte mit, Trump habe die italienische Idee einer kollektiven Schutzklausel nach dem Vorbild von Artikel 5 der Nato aufgegriffen. Diese wĂŒrde es der Ukraine Meloni zufolge ermöglichen, auf die UnterstĂŒtzung aller ihrer Partner, einschließlich der USA, zu zĂ€hlen, die bereit sind, im Falle eines erneuten Angriffs zu intervenieren. Von US-Seite gab es dazu jedoch zunĂ€chst keine konkreten Äußerungen.

Selenskyj teilte mit Blick auf seinen Washington-Besuch am Montag mit: "Alle Details ĂŒber das Ende des Mordens, ĂŒber das Ende des Krieges werde ich mit PrĂ€sident Trump in Washington am Montag besprechen", schrieb er bei Telegram. Es mĂŒsse ein echter Frieden erreicht werden, nicht nur eine weitere Pause zwischen russischen Invasionen.

@ dpa.de

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