Trump will mit Putin sprechen - EU berĂ€t ĂŒber Ukraine-Hilfen
17.03.2025 - 07:17:22Ăber entsprechende ĂuĂerungen Trumps bei einem Flug mit seiner PrĂ€sidentenmaschine Air Force One berichteten mitreisende Reporter zahlreicher US-Medien wie "Politico", Fox News und die "New York Times". Bereits heute beraten die AuĂenministerinnen und AuĂenminister der EU-Staaten in BrĂŒssel ĂŒber die weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine.
US-Medien zufolge sagte Trump auf dem Flug vom Bundesstaat Florida in die Hauptstadt Washington, die Chancen fĂŒr einen Deal stĂŒnden sehr gut und es werde bis Dienstag möglicherweise etwas mitzuteilen geben. Am Wochenende - die AuĂenminister Russlands und der USA hatten am Samstag telefoniert - sei einiges ausgearbeitet worden. Auf die Frage, um welche ZugestĂ€ndnisse der Kriegsparteien es gehe, antwortete der US-PrĂ€sident demnach, die Diskussion drehe sich unter anderem um GebietsansprĂŒche und Kraftwerke.
Bereits im Wahlkampf hatte sich der Republikaner immer wieder seiner angeblich guten Kontakte zu Putin gerĂŒhmt und behauptet, er könne den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden. Im Februar telefonierte Trump dann persönlich mit dem Kremlchef - und erst danach mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj, fĂŒr den die USA in den drei Kriegsjahren stets der wichtigste UnterstĂŒtzer gewesen waren.
Mit Putin vereinbarte Trump nicht nur GesprĂ€che ĂŒber eine Beendigung des seit Februar 2022 andauernden Krieges, er stellte auch ein spĂ€teres persönliches Treffen in Aussicht. Einen Termin dafĂŒr gibt es bislang nicht. Vergangene Woche traf sich Trumps Sondergesandter Steve Witkoff mit Putin in Moskau.
Kiews VerbĂŒndete befĂŒrchten einseitige Friedensregelung
Die ukrainische Regierung und ihre europĂ€ischen VerbĂŒndeten befĂŒrchten, dass Trump eine Friedensregelung erzwingen will, die Russland faktisch als Sieger aus dem verlustreichen Krieg hervorgehen lassen könnte, der weite Teile der Ukraine zerstört hat. Die Tatsache, dass die neue US-Regierung der Ukraine - quasi als Kompensation fĂŒr die bislang gewĂ€hrte UnterstĂŒtzung - ein Abkommen zur Ausbeutung von Rohstoffvorkommen in dem Land abverlangte, wurde als bedenkliches Signal wahrgenommen.
Vor dem Hintergrund des drastischen Kurswechsels der USA unter Trump sehen sich die EuropĂ€er zum Handeln gezwungen. Beim AuĂenministertreffen in BrĂŒssel wird es auch um einen VorstoĂ der EU-AuĂenbeauftragten Kaja Kallas gehen. Sie hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vorgeschlagen, der Ukraine in diesem Jahr Hilfen im Wert von 20 bis 40 Milliarden Euro zur VerfĂŒgung zu stellen. DafĂŒr sollen Mitgliedstaaten entsprechend ihrer Wirtschaftskraft BeitrĂ€ge leisten.
Um zu verhindern, dass einzelne Regierungen ihr Veto einlegen, wÀre die Teilnahme aber freiwillig, wie einem der dpa vorliegenden Text aus dem AuswÀrtigen Dienst zu entnehmen ist. Vor allem Ungarn lehnt die EU-MilitÀrhilfen als sinnlos und kriegsverlÀngernd ab. Die rechtskonservative Regierung von MinisterprÀsident Viktor Orban hatte zuletzt schon die Aufhebung von EU-Sanktionen gegen mehrere Russen erzwungen.
Gipfeltreffen am Donnerstag
Bei dem heutigen AuĂenministertreffen soll es erstmals auf Ministerebene einen Austausch ĂŒber Kallas' neue Initiative geben. Auch der ukrainische AuĂenminister Andrij Sybiha nimmt an den GesprĂ€chen teil. "Unsere PrioritĂ€ten sind Europas Einheit, StĂ€rke und Entschlossenheit", schrieb er auf der Plattform X. Es sei keine Zeit fĂŒr "engstirnige Interessen, kleinliche Erpressung oder Trojanische Pferde", sagte er mit Blick auf mögliche Quertreiber innerhalb der EU, ohne diese beim Namen zu nennen.
Eine politische Grundsatzentscheidung wird bei dem Treffen nicht erwartet. DafĂŒr muss es nach Angaben von Diplomaten vermutlich noch GesprĂ€che auf Ebene der Staats- und Regierungschefs geben. Diese kommen am Donnerstag zu ihrem FrĂŒhjahrsgipfel zusammen.
FĂŒr Deutschland wĂ€re die von Kallas gewĂŒnschten UnterstĂŒtzungszusage vermutlich kein Problem, weil fĂŒr dieses Jahr bereits Hilfen in Höhe von vier Milliarden Euro bewilligt sind und bald noch einmal drei Milliarden Euro hinzukommen sollen. Andere groĂe LĂ€nder wie Frankreich, Italien und Spanien mĂŒssten ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine allerdings erheblich ausbauen, wenn sie gemÀà ihrer Wirtschaftskraft mit dabei sein wollten.
Selenskyj: MĂŒssen Diplomatie verstĂ€rken
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bescheinigte der russischen FĂŒhrung bewusste Verzögerungstaktik bei den GesprĂ€chen ĂŒber einen möglichen Waffenstillstand. Nach den Verhandlungen der ukrainischen Delegation mit Vertretern der USA in Saudi-Arabien habe Russland "fast eine weitere Woche gestohlen, eine Woche Krieg, die nur Russland braucht", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Kiew werde nun alles tun, um die Diplomatie zu verstĂ€rken.
Russland war bislang nicht bereit fĂŒr eine sofortige Waffenruhe auf Vorschlag der USA. Die Ukraine hat ihre grundsĂ€tzliche Bereitschaft dafĂŒr erklĂ€rt. Russlands PrĂ€sident Putin, der den Einmarsch im Nachbarland vor gut drei Jahren befohlen hatte, knĂŒpfte eine Feuerpause bislang an Bedingungen und schien von seinen Forderungen nicht abrĂŒcken zu wollen.
Die Ukraine arbeite an einem "spezifischen System von Sicherheitsgarantien" fĂŒr den Fall einer Waffenruhe, berichtete Selenskyj. "Diese Woche hatten wir ein Treffen von MilitĂ€rvertretern in Frankreich, und wir bereiten ein Treffen im Vereinigten Königreich vor." Erste Schritte in Richtung Sicherheitsgarantien seien bereits eingeleitet, deutete Selenskyj an. Details nannte er aber nicht.
Sowohl Frankreich als auch GroĂbritannien erwĂ€gen die Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine. Die britische Regierung bemĂŒht sich um eine "Koalition der Willigen", die Truppen stellen könnte.
Ex-Kremlchef droht mit Krieg gegen Nato
Der frĂŒhere russische PrĂ€sident Dmitri Medwedew drohte angesichts der britisch-französischen PlĂ€ne zu einer möglichen Entsendung von Friedenstruppen mit Krieg gegen die Nato. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer "stellen sich dumm", schrieb Medwedew auf der Plattform X. Obwohl ihnen wiederholt gesagt worden sei, dass Friedenstruppen aus Nicht-Nato-Staaten kommen sollten, hielten die beiden an ihren PlĂ€nen fest.
Medwedew empfahl den beiden Politikern in Paris und London, die er als "DrecksÀcke" beschimpfte, sich besser mit US-PrÀsident Donald Trump abzusprechen.

