Volkswagen plant Stellenabbau: Bis zu 100.000 Jobs bis 2030
28.06.2026 - 16:49:13 | boerse-global.de
Kreisvorsitzender Thomas Jäschke betonte Ende Juni die zentrale Rolle der Arbeitnehmervertretungen für die Demokratie in den Betrieben. Mitbestimmung bleibe ein Pfeiler der sozialen Marktwirtschaft.
Gleichzeitig forderte Jäschke die Politik zum Handeln auf. Nötig seien Maßnahmen gegen den Rückzug von Unternehmen aus der Tarifbindung. Nur so lasse sich der Strukturwandel sozialverträglich gestalten.
Mercedes verschiebt Sonderzahlung – Proteste in Bremen
Ganz anders sieht die Lage in der Automobilindustrie aus. Bei Mercedes-Benz sorgt die einseitige Verschiebung einer tariflich vereinbarten Sonderzahlung für Ärger. Der sogenannte Transformationsbaustein in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts sollte im Juli 2026 ausgezahlt werden. Der Vorstand schob ihn ohne Verhandlungen mit dem Betriebsrat auf.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, kritisierte das Vorgehen scharf. Die Ursachen für wirtschaftliche Probleme lägen nicht bei den Beschäftigten. Im Bremer Mercedes-Werk mit rund 11.500 Mitarbeitern gab es bereits erste Proteste. Das Werk sei gut ausgelastet, so die Gewerkschaft. Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich lehnt der Betriebsrat strikt ab.
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Volkswagen vor massivem Stellenabbau
Noch gravierender sind die Pläne bei Volkswagen. Konzernchef Oliver Blume will Berichten zufolge bis zu 100.000 Arbeitsplätze streichen und vier deutsche Werke bis 2030 schließen. Betroffen sein könnten Standorte in Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm.
Die IG Metall und das Land Niedersachsen haben bereits Widerstand angekündigt. Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli 2026 über die Pläne beraten. Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel erinnerte an bestehende Beschäftigungsgarantien aus dem Jahr 2024.
Zulieferer und Mittelstand unter Druck
Auch mittelständische Betriebe kämpfen ums Überleben. In Rieden wehrt sich die IG Metall Allgäu gegen die Schließung eines Spezialwerks der Kern Liebers Gruppe. 132 Mitarbeiter wären betroffen. Die Gewerkschaft legte ein Zukunftskonzept vor und fordert einen Tarifvertrag zur Absicherung der Beschäftigten. Das Unternehmen hält sich zu den laufenden Verhandlungen bedeckt.
Wenn Standorte bedroht sind und betriebsbedingte Kündigungen im Raum stehen, müssen Arbeitnehmervertreter ihre Mitbestimmungsrechte beim Sozialplan kennen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Interessenausgleiche rechtssicher verhandeln und das Beste für Ihre Kollegen herausholen. Kostenloser Ratgeber für Betriebsräte: So verhandeln Sie einen gerechten Sozialplan
In Krefeld gibt es eine Zerreißprobe bei der Arbeitnehmervertretung. Beim Edelstahlhersteller Outokumpu erkennt die örtliche IG Metall den im März 2026 gewählten Betriebsratsvorsitzenden Daniel Boecken nicht an. Die Gewerkschaft fordert, dass alle Betriebsratsmitglieder der IG Metall angehören müssen. Boecken verweist auf seine demokratische Wahl.
Rüstungsindustrie als Hoffnungsträger?
Komplex wird die Lage durch Entwicklungen in der Rüstungsbranche. Nach dem Stopp eines milliardenschweren Fregattenprojekts fordert die Gewerkschaft die Einbindung nationaler Werften und Zulieferer bei künftigen Großaufträgen. Auch Rheinmetall-Standorte wären betroffen.
In Bremen wird über eine Erweiterung von Rheinmetall auf einem ehemaligen Thyssenkrupp-Gelände spekuliert. Das könnte bis zu 900 neue Arbeitsplätze schaffen.
