VW-Krise: Bis zu 100.000 Stellen weltweit bedroht
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 06:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Großaktionär Katar verhindert die Umrüstung des Werks Osnabrück auf Rüstungsproduktion. Gleichzeitig treibt Konzernchef Oliver Blume den Abbau von bis zu 100.000 Stellen voran.
Katar stoppt Iron-Deal
Die Pläne waren konkret: In Osnabrück sollte künftig das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome produziert werden. Eine Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rafael schien greifbar. Doch nun kommt der Widerstand aus Doha.
Das Emirat Katar hält rund 17 Prozent der Stimmrechte bei VW und besetzt zwei Sitze im Aufsichtsrat. Insidern zufolge blockieren die katarischen Anteilseigner das Rüstungsvorhaben. Offiziell äußert sich der Konzern nicht dazu.
Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft des Standorts. Die Produktion des T-Roc läuft Mitte 2027 aus. Ohne Anschlusskonzept sind die rund 2.300 Arbeitsplätze in Osnabrück bedroht.
Kritik von allen Seiten
Nicht nur die Kataris haben Bedenken. Auch die IG Metall und Teile der Belegschaft lehnen den Einstieg in die Rüstungsproduktion ab. Die Betriebsratsvorsitzende schließt eine Nutzung für Verteidigungszwecke zwar nicht grundsätzlich aus. Aber weitere Sparprogramme zulasten der Beschäftigten will sie nicht akzeptieren.
Die Debatte ist heikel. VW steht unter enormem Druck, die Kosten zu senken. Die Gemeinkosten liegen laut Konzern rund 20 Prozent über dem Niveau der Wettbewerber.
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100.000 Stellen auf der Kippe
Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft via Intranet über die dramatische Lage informiert. Bereits laufen sozialverträgliche Abbaumaßnahmen für 50.000 Stellen in Deutschland – 35.000 davon bei der Kernmarke. Jetzt könnten weltweit weitere 50.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Besonders gefährdet sind die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Laut Konzernleitung haben diese Standorte für die 2030er Jahre keine wettbewerbsgerechte Auslastung.
Rettung aus Hannover?
Das Land Niedersachsen prüft nun einen direkten Einstieg am Standort Osnabrück. Das Modell erinnert an die Rettung der Meyer-Werft. Niedersachsen hält bereits 20 Prozent der Stimmrechte am Gesamtkonzern.
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