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VW-Krise: Experte fordert 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 02:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

VW verschÀrft sich: Analysten fordern radikale Arbeitszeit-Reform und sehen bis zu 120.000 Stellen bedroht.

VW-Krise: Experte fordert Ende der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich
Eine Fabrikuhr mit Zeigern, die auf eine lĂ€ngere Arbeitszeit hindeuten, im Hintergrund verschwommene Industriemaschinen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

RĂŒcklĂ€ufige Absatzzahlen und interne Spannungen ĂŒber den Sparkurs belasten den Konzern. Branchenexperten fordern nun radikale Einschnitte bei den Arbeitszeitmodellen.

Forderung nach 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich

Der Automobilanalyst Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) brachte am Wochenende einen radikalen Umbau ins GesprĂ€ch: Er sprach sich dafĂŒr aus, die 35-Stunden-Woche bei VW zu beenden. Stattdessen solle eine 40-Stunden-Woche gelten – ohne finanziellen Ausgleich fĂŒr die BeschĂ€ftigten.

Nach EinschĂ€tzung des Experten sei dieser Schritt nötig, um die WettbewerbsfĂ€higkeit des Konzerns wiederherzustellen. Dudenhöffer regte zudem an, die Tarifautonomie fĂŒr einige Jahre auszusetzen. So ließen sich die Anpassungen ohne langwierige Verhandlungen durchsetzen. Er prognostizierte, dass VW bei konsequenter Umsetzung in fĂŒnf bis sieben Jahren einen Aufschwung erleben könne.

Hunderttausende Stellen vor dem Aus?

Hintergrund der Forderungen sind Berichte ĂŒber weitreichende Einschnitte. Demnach steht ein weltweiter Abbau von 100.000 bis 120.000 Stellen im Raum. In Deutschland gelten vier Werke als potenziell von Schließung bedroht: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Die EinschĂ€tzungen der Analysten gehen auseinander. WĂ€hrend Experte Stefan Bratzel die Schließung von zwei Werken fĂŒr ausreichend hĂ€lt, sieht Frank Schwope die Zahl von 120.000 Stellen als zu hoch gegriffen. Er rechnet jedoch ebenfalls mit dem Wegfall mehrerer zehntausend ArbeitsplĂ€tze.

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Vertrauenskrise zwischen Management und Belegschaft

Das Klima zwischen FĂŒhrung und Mitarbeitern hat sich deutlich verschlechtert. Der Betriebsrat wirft Konzernchef Oliver Blume einen massiven Vertrauensverlust vor. Grund: Das Management informierte ĂŒber geplante Werksschließungen und Stellenstreichungen, wĂ€hrend die Belegschaft zunĂ€chst im Dunkeln blieb.

Ein Ultimatum der Arbeitnehmervertreter zu detaillierten ErklÀrungen verstrich am vergangenen Freitag ergebnislos. Erwartet wird, dass sich Blume nach der Sommerpause in Betriebsversammlungen den Fragen der Mitarbeiter stellen muss.

Auch im Aufsichtsrat herrscht Uneinigkeit. Eine Sitzung am 9. Juli brachte keine Einigung ĂŒber das Sparpaket. Die Arbeitnehmervertreter lehnten gemeinsam mit dem Land Niedersachsen die ReformplĂ€ne mit 12 zu 7 Stimmen ab.

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Absatzkrise belastet die Bilanz

Die wirtschaftliche Notwendigkeit fĂŒr Reformen untermauern die jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete VW einen RĂŒckgang des Fahrzeugabsatzes um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders hart traf es die Kernmarke VW mit einem Minus von 14 Prozent. Auf dem wichtigen chinesischen Markt brachen die VerkĂ€ufe sogar um 33 Prozent ein. Auch die Töchter Audi und Porsche meldeten schwache Quartalszahlen – mit RĂŒckgĂ€ngen von acht beziehungsweise 18 Prozent. Insgesamt lieferte der Konzern rund 2,1 Millionen Fahrzeuge aus.

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