VW-Krise, VorstÀnde

VW-Krise: Sechs VorstÀnde sehen Konzern existenzgefÀhrdet

18.06.2026 - 05:39:23 | boerse-global.de

Mehrheit des VW-Vorstands stuft die Lage als existenzgefÀhrdend ein. Gewinneinbruch und massiver Stellenabbau belasten den Autobauer.

Volkswagen-Krise: Vorstand sieht Existenz des Konzerns bedroht
VW-Krise - Ein dunkler Konferenzraum mit einem langen Tisch, auf dem Unterlagen und ein Tablet mit Finanzcharts liegen. Silhouetten von Managern diskutieren angeregt. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sechs von neun Vorstandsmitgliedern stufen die Lage als existenzgefÀhrdend ein.

Interne Umfrage: Krisenstimmung im Vorstand

Einer internen Befragung zufolge bewertet eine deutliche Mehrheit der KonzernfĂŒhrung die Lage als kritisch. Die Ergebnisse wurden im April 2026 dem Aufsichtsrat prĂ€sentiert. Sechs VorstĂ€nde sehen die Situation als existenzgefĂ€hrdend, drei bezeichnen sie als angespannt. Keiner der Befragten hĂ€lt die Lage fĂŒr unkritisch.

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Das bisherige GeschĂ€ftsmodell – Entwicklung in Deutschland, Produktion in Europa fĂŒr den Weltmarkt – gilt im Vorstand als nicht mehr tragfĂ€hig. Besonders die Strategien fĂŒr China und Nordamerika wurden als nicht nachhaltig bewertet. Über die konkrete Neuausrichtung herrscht im Gremium jedoch Uneinigkeit.

Gewinneinbruch: Druck auf allen Ebenen

Die Zahlen untermauern den Handlungsdruck. Im ersten Quartal brach der Gewinn um 28,4 Prozent auf 1,564 Milliarden Euro ein. Bereits 2025 war das Konzernergebnis um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gefallen.

Trotz dieser Entwicklung schlĂ€gt der Vorstand eine Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie vor. Die AusschĂŒttungssumme liegt bei rund 2,6 Milliarden Euro. VerbĂ€nde wie der BUND und die Kritischen AktionĂ€re protestieren. Sie fordern stattdessen mehr Investitionen in kleine Elektroautos aus europĂ€ischer Produktion.

„Sparprogramm allein reicht nicht"

Vertreter von Investmentgesellschaften wie der Deka und Union Investment warnen: Ein reines Sparprogramm sei keine ausreichende Strategie. Zwar habe VW die Fabrikkosten in Deutschland bereits um ĂŒber 20 Prozent gesenkt. Doch das reiche nicht, um die Zielrendite von 8 bis 10 Prozent zu erreichen.

Der Konzern mĂŒsse KomplexitĂ€t abbauen und sich auf renditestarke Produkte konzentrieren. Nur so lasse sich der drohende Abstieg verhindern.

Stellenabbau: 35.000 Jobs bis 2030

Der Sparkurs trifft die Belegschaft hart. Bis Jahresende sollen bereits 19.000 Stellen wegfallen. Bis 2030 sind insgesamt 35.000 ArbeitsplĂ€tze zur Streichung vorgesehen – 28.000 davon sind bereits vertraglich fixiert. Bei den Töchtern Porsche und Audi stehen weitere 15.000 Stellen zur Disposition.

Die deutschen Standorte stehen besonders unter Druck. In der KonzernfĂŒhrung werden Werksschließungen in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm diskutiert. FĂŒr OsnabrĂŒck gibt es ĂŒber 2027 hinaus keine Perspektive. Die Produktion des T-Roc Cabrio wurde dort bereits gedrosselt. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung verhandelt mit RĂŒstungsunternehmen ĂŒber eine alternative Nutzung des GelĂ€ndes.

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IG Metall und Betriebsrat kĂŒndigten heftigen Widerstand gegen Werksschließungen an. Sie fordern tragfĂ€hige Zukunftskonzepte fĂŒr die betroffenen Regionen.

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