Zement-Revolution, Millionen

Zement-Revolution: 120 Millionen Euro für emissionsfreie Produktion

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

PORR setzt auf emissionsarmen Beton, Konsortium startet Oxyfuel-Anlage. Fraunhofer forscht an grünem Kalk für die Zementproduktion.

Baustoffindustrie: Neue Projekte senken CO?-Ausstoß massiv
Zement-Revolution - Ein Betonmischer gießt emissionsarmen Beton auf einer Baustelle bei Sonnenuntergang, mit einer urbanen Skyline im Hintergrund. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Projekte zeigen, wie Zement und Beton künftig deutlich weniger Treibhausgase verursachen sollen.

Wiener Schulbau spart tausende Tonnen CO?

Die PORR Group setzt beim Bau der Zentralberufsschule Seestadt Aspern in Wien auf emissionsarmen Beton. Bis September 2028 sollen rund 36.000 Kubikmeter des Materials verbaut werden. Die Basis: die Zementsorte CEM II/C.

Nach Unternehmensangaben spart das rund 4.200 Tonnen CO?-Äquivalente ein. Branchenstudien aus dem Jahr 2025 untermauern das Potenzial: CEM II/C-M mit Recyclingzuschlägen verursacht pro Tonne etwa 377 Kilogramm CO?. Das sind rund 25 Prozent weniger als der österreichische Durchschnittswert für Zement aus dem Jahr 2020.

Für die PORR Group ist das Projekt Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro. Die Treibhausgasbilanz lag bei etwa 3,7 Millionen Tonnen CO?-Äquivalenten.

Weltweit erste Pilotanlage für Pure-Oxyfuel-Verfahren

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Parallel zur Bauausführung investiert die Zementindustrie massiv in neue Produktionstechnologien. Ein Konsortium aus Buzzi-Dyckerhoff, Heidelberg Materials, Schwenk und Vicat hat heute in Heidenheim-Mergelstetten die weltweit erste Pilotanlage für das Pure-Oxyfuel-Verfahren eingeweiht.

Rund 120 Millionen Euro steckten die Partner in die Anlage. Sie läuft bereits seit dem Frühjahr erfolgreich im Testbetrieb und produziert täglich bis zu 450 Tonnen Klinker. Das Besondere: Das Verfahren vermeidet den CO?-Ausstoß beim Brennvorgang fast vollständig. Das entstehende Kohlendioxid wird isoliert und für spätere Nutzung oder Lagerung aufbereitet.

Forscher entwickeln Kreislauf für grünen Kalk

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Auch die Forschung arbeitet an Lösungen für die gesamte Baustoffkette. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) entwickelt im Projekt „Grüner Kalk“ einen speziellen Membranreaktor.

Das Verfahren wandelt das beim Kalkbrennen entstehende CO? unter Verwendung von grünem Wasserstoff in Methan um. In einem weiteren Schritt spaltet Pyrolyse dieses Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff (Carbon Black). Der gewonnene Wasserstoff fließt zurück in den Produktionskreislauf. Das Bundesforschungsministerium fördert das Vorhaben. Perspektivisch soll es auch in der Zementindustrie Emissionen senken.

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