35 KI-Supercomputer: Europa baut 800-Exaflops-Infrastruktur auf
23.06.2026 - 02:15:26 | boerse-global.de
Linux-Kernel-Updates deuten auf NVIDIAs nächste Datencenter-Plattform hin – parallel startet ein massiver KI-Supercomputer-Ausbau in Europa.
Technische Hinweise auf Blackwell-Next
Die am 21. und 22. Juni 2026 veröffentlichten Treiber- und Kernel-Updates für Linux 7.2 enthalten erstmals Code für eine Plattform mit der Bezeichnung Blackwell-Next. Konkret zeigt der Patch für den NVGrace-GPU-VFIO-Treiber neue Funktionen zur Steuerung von Compute Express Link (CXL) – einer Schnittstelle, die für die Kommunikation zwischen Prozessoren und Beschleunigern in Rechenzentren entscheidend ist.
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Die Einträge im Linux-Kernel-Mailing-List (LKML) dokumentieren die Integration von CXL DVSEC (Designated Vendor-Specific Extended Capability). Diese Funktion prüft, ob die Hardware während der Initialisierung bereit ist. Ein klares Indiz dafür, dass NVIDIA die nächste Generation seiner Datencenter-GPUs vorbereitet.
Ob Blackwell-Next jedoch die bereits angekündigte Rubin-Architektur oder eine Zwischenstufe namens Blackwell Ultra (B300) bezeichnet, bleibt offen. Branchenbeobachter halten beides für möglich. Die Rubin-Plattform soll die Vera-CPU, Rubin-GPUs, NVLink 6 und BlueField-4-Datenprozessoren umfassen. Ersten Berichten zufolge befindet sich Rubin bereits in der Serienproduktion.
Europa bekommt 35 neue KI-Supercomputer
Parallel zu diesen technischen Entwicklungen gaben NVIDIA und europäische Forschungseinrichtungen am 22. Juni 2026 den Bau von 35 neuen KI-Supercomputern in 23 Ländern bekannt. Die Systeme sollen eine kombinierte Rechenleistung von 800 AI-Exaflops bereitstellen und über 3 Millionen Forschern zugänglich sein.
Zu den größten Projekten zählen:
- JUPITER am Forschungszentrum Jülich: Europas erster Exascale-Computer. Er nutzt 4.096 Grace-Hopper-Superchips für das CytoNet-Gehirnmodell und über 20.000 Superchips für hochauflösende Klimasimulationen.
- IT4LIA: Mehr als 8.000 GPUs liefern bis zu 164 Exaflops Inferenzleistung.
- Barcelona Supercomputing Center (MareNostrum 5): 33 Exaflops für KI-Aufgaben.
- BavariaAI Blue Swan: Ein System mit 1.000 GPUs für regionale Forschung in Bayern.
Die industriellen Anwendungen zeigen bereits messbare Effizienzgewinne. Siemens Energy meldet eine Verkürzung der Simulationszeit für Wasserstoff-Gasturbinen um 77 Prozent durch NVIDIAs Plattformen. Zudem treibt die Integration von CUDA-Q Quanten-GPU-Simulationen voran – am JUPITER-System gelang ein Weltrekord mit einer 50-Qubit-Simulation.
RTX Spark: KI-Leistung für den Schreibtisch
Neben den Datencentern bringt NVIDIA die Blackwell-Architektur nun auch in den mobilen Workstation-Markt. Der bereits im Frühjahr angekündigte RTX Spark Superchip soll im Herbst 2026 in den Handel kommen.
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Der Chip kombiniert 20 Arm-basierte CPU-Kerne mit 6.144 Blackwell-GPU-Kernen und bis zu 128 GB Unified Memory. Die Hardware erreicht 1 Petaflop KI-Leistung (FP4) – und das in Gehäusen ab 14 Millimetern Dicke. Microsoft hat angekündigt, Windows für diesen Chip zu optimieren und ihn als Flaggschiff-Plattform für Copilot+ PCs zu positionieren. Zu den ersten Partnern für den Herbst-Launch zählen ASUS, Dell, HP, Lenovo, MSI, Acer und Gigabyte.
Börse feiert Expansion
Die Märkte honorieren NVIDIAs Strategie. Der Marktwert des Konzerns liegt Ende Juni 2026 bei über 5,21 Billionen US-Dollar (rund 4,8 Billionen Euro). Die Aktie notiert bei etwa 213,84 Dollar – ein klares Signal, dass Anleger auf die anhaltende Expansion im KI-Infrastruktur- und Consumer-Hardware-Geschäft setzen.
