Abnehmen, MĂ€nner

Abnehmen: MÀnner verlieren schneller Gewicht wegen höherer Muskelmasse

10.06.2026 - 17:10:49 | boerse-global.de

Studien belegen: Muskelmasse, Hormone und Darmflora beeinflussen geschlechtsspezifische Gewichtsabnahme. Neue Therapien adressieren Muskelabbau.

Abnehmen: Warum MĂ€nner schneller Erfolge sehen als Frauen
Abnehmen - MĂ€nner und Frauen, die Unterschiede in Physiologie, Hormonen und Darmgesundheit beim Abnehmen darstellen. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine MRT-Studie von Janssen et al. im Journal of Applied Physiology zeigt: MĂ€nner haben durchschnittlich 38 Prozent Muskelmasse, Frauen nur 31 Prozent. Da Muskeln mehr Kalorien verbrauchen als Fettgewebe, beeinflusst diese Verteilung direkt die Abnehmrate.

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Hormone und Fettverteilung

Bei Frauen spielen hormonelle Schwankungen eine entscheidende Rolle. In der zweiten ZyklushĂ€lfte steigt der Progesteronspiegel – das erhöht zwar den Grundumsatz, kann aber auch Heißhunger und Wassereinlagerungen von bis zu zwei Kilogramm auslösen.

Mediziner unterscheiden zudem zwei Fettverteilungstypen: die androide (Apfelform) und die gynoide (Birnenform). Frauen haben hÀufiger die Birnenform mit einem Waist-to-Hip-Ratio unter 0,8. Die klinische Adipositas beginnt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30.

Das Mikrobiom macht den Unterschied

Die Darmflora beeinflusst, wie viele Kalorien der Körper aufnimmt. Eine NIH-Studie im American Journal of Clinical Nutrition belegt: Steigt der Anteil bestimmter Bakterien (Firmicutes) um 20 Prozent, nimmt der Körper tÀglich rund 150 Kalorien mehr auf.

Frauen haben oft eine vielfĂ€ltigere Darmflora als MĂ€nner. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich. Weitere Tipps: resistente StĂ€rke, fermentierte Lebensmittel und ĂŒber 30 verschiedene Pflanzenarten pro Woche.

Neue Medikamente – und ein Problem

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Tirzepatid boomen in der Adipositas-Behandlung. Eine Wiener Studie, vorgestellt auf dem EuropĂ€ischen Adipositaskongress im Mai 2026, begleitete 486 Patienten von 2022 bis 2025. Bei zehn Prozent Gewichtsverlust entfielen rund neun Kilogramm auf Fettmasse – die Muskelmasse sank nur um 1,2 Kilogramm. Besonders Ă€ltere Frauen sprachen gut auf die Therapie an.

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Doch der Muskelabbau bleibt ein Risiko. Forscher testen daher Kombinationstherapien. Eine Phase-2-Studie im Fachjournal Nature Medicine untersuchte den Antikörper Apitegromab, der das Muskelabbau-Protein Myostatin hemmt. Wer den Antikörper zusÀtzlich zu Tirzepatid erhielt, verlor nach 24 Wochen signifikant weniger Magermasse.

Trotzdem bleibt der Goldstandard multimodal: ErnÀhrung, Sport und Verhaltenstherapie, betonen Experten der Charité und des UniversitÀtsklinikums Leipzig.

Geschlechterspezifische Medizin: Große LĂŒcken

Die Datenlage ist dĂŒnn. Dr. Dirk Keiner wies im Juni 2026 darauf hin: Nur etwa 35 Prozent der klinischen Studien werten Ergebnisse nach Geschlecht aus. Ein Beispiel: FĂŒr das Schlafmittel Zolpidem empfahl die US-Behörde FDA bereits 2013 Frauen die halbe Dosis. In deutschen Fachinformationen fehlen entsprechende Hinweise oft noch.

Positive Signale aus der Krebsforschung

Die Darmgesundheit rĂŒckt auch im Krebskontext in den Fokus. WĂ€hrend die Darmkrebsinzidenz bei jungen Menschen in Industrienationen leicht steigt, gibt es Hoffnung aus der GLP-1-Forschung. Eine Beobachtungsstudie der University of Pennsylvania an ĂŒber 111.000 Frauen aus Juni 2026 deutet an: Anwenderinnen dieser Medikamente haben ein rund 30 Prozent geringeres Risiko fĂŒr eine Brustkrebsdiagnose.

Neue Screening-Programme sollen die FrĂŒherkennung verbessern. Ein im Juni 2026 gestartetes Projekt in Wien setzt auf niederschwellige Stuhltests, um die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge zu erhöhen.

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