Abnehmen: WHO empfiehlt 150 Minuten Bewegung pro Woche für Erwachsene
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.deErfolgreiches Gewichtsmanagement hängt oft nicht von radikalen Maßnahmen ab, sondern von gezielten Verhaltensanpassungen im Alltag. Wie der Ernährungsmediziner Tim Wohlberedt in Interviews darlegte, über die rtl.de in einem Bericht vom 04.11.2026 berichtete, können bereits kleine Modifikationen der täglichen Gewohnheiten dabei helfen, das persönliche Wunschgewicht zu erreichen. Dabei spielen physiologische Faktoren, das Zusammenspiel von Ernährung und Bewegung sowie die Einordnung medikamentöser Hilfsmittel eine zentrale Rolle.
Stoffwechsel und die Hebelwirkung der Ernährung
Der menschliche Grundumsatz unterliegt im Lebensverlauf deutlichen Schwankungen. Laut Wohlberedt erreicht der Grundumsatz bei jungen Erwachsenen um das Alter von 20 Jahren seinen Höchststand und sinkt in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich ab. Zudem gebe es physiologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Da Männer über mehr Muskelmasse verfügen, nehmen sie tendenziell leichter ab als Frauen.
Grundsätzlich sei die Ernährung ein deutlich größerer Hebel für die Gewichtsregulation als sportliche Betätigung. Um ein anhaltendes Sättigungsgefühl zu erreichen, komme es vor allem auf den gezielten Konsum von Proteinen und Ballaststoffen an.
Neben der Zusammensetzung der Mahlzeiten beeinflussen auch verhaltensbezogene Faktoren die Kalorienaufnahme: Wer langsamer isst und auf kleineres Besteck zurückgreift, kann das Essverhalten besser kontrollieren und die Sättigung bewusster wahrnehmen.
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Bewegungsempfehlungen und die Gefahr von Heißhunger
Obgleich die Ernährung den stärksten Einfluss auf das Körpergewicht hat, bleibt körperliche Aktivität ein relevanter Faktor. Wohlberedt verweist in diesem Zusammenhang auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Erwachsenen mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche empfiehlt; noch vorteilhafter seien rund 300 Minuten.
Gleichzeitig birgt intensive sportliche Betätigung eine Hürde: Im Anschluss an das Training kann ein abrupter Blutzuckerabfall Heißhunger auslösen. Um in solchen Momenten unbedachte Kalorienaufnahmen zu verhindern, sollten im Vorfeld gesunde Snacks vorbereitet werden.
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Medikamentöse Therapien nur als Einzelfallentscheidung
Neben Lebensstil- und Verhaltensanpassungen werden in der Praxis auch medikamentöse Ansätze diskutiert. Die sogenannte Abnehmspritze mit den Wirkstoffen Semaglutid oder Tirzepatid kommt nach Angaben des Mediziners jedoch erst nach einer fundierten Ernährungsberatung und ausschließlich als Einzelfallentscheidung infrage. Die Anwendung kann von Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Übelkeit und Verstopfung begleitet sein.
Bei einer oralen Therapie in Form der Abnehmpille wiederum ist eine strikte Einnahmeroutine erforderlich: Das Präparat muss täglich auf nüchternen Magen eingenommen werden, woraufhin Betroffene 30 Minuten lang auf die Aufnahme von Nahrung verzichten müssen.
