All for One übernommen: VINCI zahlt 67,50 Euro pro Aktie
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Von Europa über Indien bis in die USA entstehen derzeit Großprojekte, die Milliarden verschlingen. Besonders der europäische IT-Dienstleistungssektor steht im Fokus strategischer Übernahmen.
VINCI Energies übernimmt All for One
Der französische Infrastrukturkonzern VINCI Energies hat am 16. Juli ein öffentliches Übernahmeangebot für den Frankfurter IT-Dienstleister All for One vorgelegt. Pro Aktie bietet VINCI 67,50 Euro in bar – ein Aufschlag von 95,5 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Vortag.
Die Offerte kommt nicht überraschend: Bereits 54,7 Prozent der Anteilseigner haben ihre Unterstützung zugesagt. Der Vorstand beider Unternehmen befürwortet die Transaktion. All for One mit Hauptsitz in Filderstadt erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 rund 500 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt etwa 3.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreut über 4.500 Mittelstandskunden.
Interessant für die Belegschaft: Bis zum 1. Januar 2029 ist kein Beherrschungsvertrag geplant. Die endgültige Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) steht noch aus.
AWS baut massiv in Indien aus
Amazon Web Services (AWS) treibt seine Präsenz in Südasien voran. In Hyderabad fand der Spatenstich für ein neues Rechenzentrum in der Bharat Future City statt – Teil einer 21 Milliarden Euro schweren Investitionsoffensive für die Jahre 2026 bis 2030.
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Bereits Ende 2025 hatte AWS rund 1,3 Milliarden Euro in die Region Hyderabad gesteckt. Das Unternehmen setzt zudem auf Fachkräfteentwicklung: Seit 2017 wurden über zehn Millionen Menschen in Indien in Cloud-Technologien geschult, zuletzt 250 Studierende direkt im Rechenzentrumsbetrieb.
Parallel dazu investiert HCLTech umgerechnet rund 400 Millionen Euro in sogenannte "Sovereign AI Data Centers". Der Konzern rechnet damit, dass sich der globale Bedarf an Rechenzentrumskapazität bis 2030 verdreifacht – und KI-Workloads dann 70 Prozent dieser Kapazität ausmachen.
Gigawatt-Projekte in den USA und Nordeuropa
Die Dimensionen der neuen Projekte sprengen bisherige Maßstäbe. Meta errichtet im US-Bundesstaat Louisiana einen 50 Milliarden Euro schweren Datencenter-Komplex im Richland Parish. Der Bau begann bereits im Dezember 2024. Die Anlage soll fast eine Million Quadratmeter Fläche erreichen und eine Kapazität von fünf Gigawatt bieten. Zur Energieversorgung finanziert Meta sieben Gaskraftwerke, Batteriespeicher und 385 Kilometer Stromleitungen.
In Texas planen Crusoe und Lancium einen ein Gigawatt starken KI-Campus bei Childress. Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Die Anlage setzt auf geschlossene Flüssigkeitskühlung und Solarstrom vom eigenen Dach.
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Auch Europa investiert kräftig: Pure DC startet in der finnischen Stadt Seinäjoki einen 7,5 Milliarden Euro schweren KI-Campus. Die erste Ausbaustufe mit 550 Megawatt ist bereits vollständig vermietet. Die Abwärme wird in das örtliche Fernwärmenetz eingespeist.
In Pennsylvania sicherte sich der Glasfaseranbieter Lightpath einen zweiten Großkunden für sein Netz. Der Zehnjahresvertrag erhöht die geplante Kapazität um rund 30 Prozent.
Neue Technologien und Staatsfonds steigen ein
Microsoft und 3M arbeiten künftig strategisch zusammen. Die Expanded Beam Optical (EBO)-Technologie von 3M soll in Azure-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Sie verspricht schnellere Installation und geringeren Wartungsaufwand bei Glasfaserverbindungen.
Aus dem Nahen Osten kommt frisches Kapital: Der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) und I Squared Capital unterzeichneten eine Absichtserklärung über Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro. Eine Milliarde davon fließt direkt in digitale Infrastruktur. Das passt zur PIF-Initiative "Humain", die innerhalb der nächsten zehn Jahre 6,6 Gigawatt Rechenzentrumskapazität aufbauen will.
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