Apple erhöht Preise um bis zu 25%: KI-Boom leert Speicher-Lager
27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de
Der Konzern reagiert auf eine beispiellose Knappheit bei Speicherchips – ausgerechnet der KI-Boom treibt die Preise in die Höhe.
Apple hat am 25. Juni 2026 die Preise für seine Mac- und iPad-Modelle deutlich angehoben. Grund ist eine globale Verknappung von Speicherchips, ausgelöst durch den explosionsartigen Ausbau von KI-Rechenzentren. Die Ära fallender Preise in der Unterhaltungselektronik ist damit vorerst beendet.
Deutliche Aufschläge bei Mac und iPad
Die Preisrunde trifft mehrere Kernprodukte. Das Einstiegsmodell MacBook Neo kostet nun 699 Euro – 100 Euro mehr als zuvor. Das MacBook Air mit 512 GB stieg von 1.099 auf 1.299 Euro, während das 1 TB MacBook Pro jetzt bei 1.999 Euro liegt, ein Plus von 300 Euro.
Auch Tablet-Käufer müssen tiefer in die Tasche greifen: Das 128 GB iPad Air verteuerte sich von 599 auf 749 Euro, das 256 GB iPad Pro stieg um 200 Euro auf 1.199 Euro. Sogar der Apple TV wurde um 70 Euro teurer und kostet nun 199 Euro. Analysten von Evercore beziffern die Aufschläge bei Mac und iPad auf 17 bis 25 Prozent, beim Apple TV sogar auf 54 Prozent.
Verschont blieben vorerst iPhone, Apple Watch und AirPods. Branchenkenner befürchten jedoch, dass auch iPhones noch in diesem Jahr um bis zu 200 Euro teurer werden könnten.
Börse reagiert mit Kurssturz
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Die Ankündigung ließ die Apple-Aktie am 25. Juni um bis zu 6,15 Prozent einbrechen. Der Schlusskurs lag bei rund 275,15 Euro – ein Tagesverlust von etwa 260 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung.
Während Apple leidet, profitieren die Speicherhersteller: Micron verzeichnet Berichten zufolge Bruttomargen von über 80 Prozent. Der Markt für DRAM- und NAND-Speicher wird von wenigen Anbietern dominiert, darunter Samsung, SK Hynix, Kioxia und Sandisk.
KI-Boom als Preistreiber
Der Hauptgrund für die Explosion der Speicherkosten ist der beispiellose Bedarf an Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Apple-Chef Tim Cook sprach von einem „massiven und außergewöhnlich seltenen Kostenanstieg". Die Preise für DRAM und NAND haben sich innerhalb eines Jahres vervierfacht.
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Die Marktdaten sprechen eine klare Sprache: Im ersten Quartal 2026 stiegen die DRAM-Preise um 98 Prozent, für das zweite Quartal wird ein weiteres Plus von bis zu 63 Prozent erwartet. Im Mai 2026 lagen die Preise für Unterhaltungselektronik insgesamt 14,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Apple steht mit den Preiserhöhungen nicht allein da. Microsoft verteuerte kürzlich seine Xbox-Konsolen um bis zu 150 Euro – die Speicherkosten hätten sich seit Herbst 2025 mehr als verdoppelt. Auch Dell, HP, Sony und Nintendo haben in den vergangenen Monaten nachgezogen. Branchenforscher warnen: Halten die aktuellen Nachfragewerte an, könnten sich die Speicherpreise bis Herbst 2027 erneut verdoppeln.
