ASICS-Studie: 86 Prozent der Wachzeit verbringen Menschen ohne Bewegung
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sportartikelhersteller ASICS hat mit dem „Movement Conservation Project“ eine Initiative ins Leben gerufen, um dem globalen Trend zur körperlichen Inaktivität entgegenzuwirken.
Im Zentrum des Vorhabens steht der neu eingeführte „Movement Conservation Status“, der den Grad der körperlichen Betätigung in verschiedene Risikoklassen einteilt. Damit reagiert das Unternehmen auf Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung von Juli 2026, wonach ein Großteil der Bevölkerung den Großteil der wachen Zeit ohne nennenswerte Bewegung verbringt.
Klassifizierung von Bewegungsmustern und Experten-Zusammenarbeit
Das Projekt wurde unter wissenschaftlicher Begleitung von Professor Brendon Stubbs entwickelt und orientiert sich an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie des National Health Service (NHS). Der „Movement Conservation Status“ unterscheidet dabei drei wesentliche Kategorien.
Als „aktiv“ gelten Personen, die sich mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen. Die Kategorie „gefährdet“ umfasst jene, die zwischen 30 und 149 Minuten aktiv sind, während Menschen mit weniger als 30 Minuten Sport pro Woche als „in ernster Gefahr“ eingestuft werden.
Zusätzlich zu dieser Einteilung führt der Bericht eine „Conservation Warning“ ein. Diese Warnung soll den Rückgang der körperlichen Aktivität verdeutlichen. In diesem Zusammenhang zeigen Daten aus Polen, dass die durchschnittliche tägliche Schrittzahl in der vergangenen Dekade um über 20 % gesunken ist. Fachleute sehen darin ein erhöhtes Risiko für die Zunahme von Adipositas, Herzerkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Aktueller Status und Prognosen bis 2035
Die zugrunde liegende „State of Mind“-Studie vom Juli 2026, an der 34.000 Menschen in 31 Ländern teilnahmen, liefert besorgniserregende Zahlen zur globalen Mobilität. Demnach verbringen die Befragten laut Selbstauskunft 86 % ihrer Wachzeit – basierend auf einem 16-stündigen Wachzustand – ohne Bewegung.
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Aktuell erreichen 53 % der befragten Erwachsenen das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Betätigung nicht. Etwa 23 % der Teilnehmer fallen in die Kategorie derer, die in ernster Gefahr sind, da sie sich weniger als eine halbe Stunde pro Woche sportlich betätigen.
Die Langzeitprognose deutet auf eine weitere Verschlechterung der Lage hin. Bis zum Jahr 2035 wird erwartet, dass der Anteil derer, die sich unzureichend bewegen, auf 56 % ansteigt. Dies entspräche in den untersuchten Märkten etwa 2,3 Mrd. Erwachsenen.
Besonders ausgeprägt zeigt sich die Tendenz in Italien, wo die Menschen bereits jetzt 87 % ihrer Wachzeit ohne Bewegung verbringen. Dort gelten 50 % der Bevölkerung als gefährdet oder in ernster Gefahr; bis 2035 könnte dieser Wert auf 55 % steigen, was rund 27 Mio. Erwachsenen entspräche.
Der Einfluss des modernen Lebensstils auf junge Generationen
Ein wesentlicher Faktor für den Bewegungsmangel ist die Bequemlichkeit des modernen Alltags. Laut der Erhebung von Juli 2026 geben 64 % der Befragten an, dass das heutige Leben es leicht mache, einen Tag ohne Bewegung zu verbringen. Digitale Angebote spielen hierbei eine zentrale Rolle: 41 % erledigen Besorgungen online, und 39 % kommunizieren vornehmlich über Telefon- oder Videoverbindungen.
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Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. In dieser Gruppe erreichen 57 % das empfohlene Bewegungsmaß nicht, wobei 92 % der jungen Erwachsenen über negative Folgen berichten. Zudem nutzen 41 % dieser Altersgruppe künstliche Intelligenz im Alltag.
In Italien zeigt sich die digitale Abhängigkeit besonders deutlich: Während 34 % der gesamten Bevölkerung angaben, drei oder mehr Tage das Haus nicht verlassen zu können, lag dieser Wert bei den 18- bis 24-Jährigen bei 44 %.
Zusammenhang zwischen Aktivität und psychischer Verfassung
Die Untersuchung verdeutlicht zudem eine Korrelation zwischen physischer Aktivität und der psychischen Gesundheit, die im sogenannten „State-of-Mind-Index“ abgebildet wird. Aktive Menschen erreichen hierbei einen Wert von 71/100, während gefährdete Personen lediglich auf 60/100 kommen.
Werden die Werte im Detail betrachtet, verfügen gefährdete Personen über 23 % weniger Energie und sind 20 % weniger ausgeglichen. Zudem wurde eine um 17 % geringere Konzentrationsfähigkeit und ein um 16 % höheres Stresslevel festgestellt.
Trotz der negativen Trends weisen die Daten auch auf einfache Lösungsansätze hin. Laut der ASICS-Studie können bereits 15 Minuten tägliche Bewegung ausreichen, um die psychische Verfassung messbar zu verbessern. In Italien zeigt sich zudem eine geschlechtsspezifische Differenz: Frauen kommen im State-of-Mind-Index auf einen Wert von 65 gegenüber 69 bei Männern, wobei 25 % der Frauen als gefährdet gelten im Vergleich zu 20 % der Männer.
