Bauchfett, Studie

Bauchfett: Studie zeigt 15–50% höheres Herzrisiko bei Normalgewichtigen

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Langzeitanalyse zeigt: Taillenumfang und Taille-HĂŒft-VerhĂ€ltnis sagen Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko prĂ€ziser voraus als der BMI.

JACC-Studie: Bauchfett als entscheidender Risikofaktor fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Eine Person in Sportkleidung steht in einer hellen Umgebung; der Fokus liegt auf dem Bauchbereich zur Verdeutlichung viszeraler Fettdepots. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle medizinische Auswertungen, die Mitte August 2026 im Journal of the American College of Cardiology (JACC) veröffentlicht wurden, geben neue Einblicke in die Risikobewertung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Analyse verdeutlicht, dass insbesondere das viszerale Bauchfett ein entscheidender Faktor fĂŒr die kardiovaskulĂ€re Gesundheit ist. Dies gelte den Untersuchungen zufolge auch fĂŒr Personen, die laut ihrem Body-Mass-Index (BMI) als normalgewichtig eingestuft werden oder regelmĂ€ĂŸig sportlich aktiv sind.

Langzeitdaten widerlegen Aussagekraft des BMI

Die Grundlage der Analyse bildet eine umfassende Datenmenge von fast 260.000 Teilnehmern, die aus 15 verschiedenen Kohortenstudien zusammengefĂŒhrt wurden. Über einen Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 20 Jahren untersuchten Forscher den Zusammenhang zwischen verschiedenen Körpermaßen und dem Auftreten von Herzinfarkten oder SchlaganfĂ€llen. Ein wesentliches Ergebnis der im August 2026 vorgestellten Daten ist, dass der Taillenumfang sowie das Taille-HĂŒft-VerhĂ€ltnis das individuelle Risiko deutlich prĂ€ziser vorhersagen können als der herkömmliche BMI.

Die Untersuchung zeigt, dass das Vorhandensein von zentraler Adipositas – also Fettansammlungen in der Bauchregion – das Risiko fĂŒr schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse massiv beeinflusst. WĂ€hrend der BMI lediglich das VerhĂ€ltnis von Gewicht zu KörpergrĂ¶ĂŸe misst, lassen der Bauchumfang und das Taille-HĂŒft-VerhĂ€ltnis direkte RĂŒckschlĂŒsse auf die Verteilung des Fettgewebes zu.

Erhöhte Risiken fĂŒr Normalgewichtige mit Bauchansatz

Besonderes Augenmerk legten die Wissenschaftler auf Personen mit einem normalen BMI. Die Analyse vom 11.08.2026 und 12.08.2026 belegt, dass fast jeder fĂŒnfte Normalgewichtige einen Taillenumfang aufweist, der als gesundheitsgefĂ€hrdend eingestuft werden muss. Bei diesen Personen wurde ein um 15 bis 50 Prozent höheres Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt im Vergleich zu Normalgewichtigen mit einer schlanken Taille.

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Diese Erkenntnis betrifft auch sportlich aktive Menschen. Selbst wenn das Körpergewicht in einem Bereich liegt, der gemeinhin als gesund gilt, kann ein erhöhter Anteil an viszeralem Fett das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko signifikant steigern. Das Fettgewebe in der Bauchhöhle gilt als stoffwechselaktiv und kann EntzĂŒndungsprozesse fördern, die die GefĂ€ĂŸgesundheit direkt beeintrĂ€chtigen.

Reklassifizierung des Risikos bei Adipositas

Ein weiterer Aspekt der JACC-Studie betrifft Menschen, die aufgrund eines hohen BMI als adipös eingestuft werden. Die Daten zeigen, dass bei Personen mit hohem BMI, die jedoch einen niedrigen Taillenumfang besitzen, kein erhöhtes kardiovaskulĂ€res Risiko nachweisbar war. In diesen FĂ€llen scheint der BMI das tatsĂ€chliche Risiko zu ĂŒberschĂ€tzen, da er nicht zwischen Muskelmasse und gesundheitsschĂ€dlichem Bauchfett unterscheidet.

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Auf Basis dieser Ergebnisse betonen medizinische Experten die Notwendigkeit, die gĂ€ngige Praxis der RisikoeinschĂ€tzung zu ĂŒberdenken. Es werde empfohlen, den BMI in der klinischen Praxis sowie bei Vorsorgeuntersuchungen durch Messungen der zentralen Adipositas zu ergĂ€nzen. Nur so könne eine verlĂ€ssliche Prognose ĂŒber das tatsĂ€chliche Herz-Kreislauf-Risiko getroffen werden. Insbesondere bei Frauen, die einen Großteil der untersuchten Kohorten stellten, erwiesen sich der Taillenumfang und das Taille-HĂŒft-VerhĂ€ltnis als die verlĂ€sslicheren Indikatoren fĂŒr die langfristige Herzgesundheit.

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