Beeren und Herzinfarktrisiko: Anthocyane senken es laut Studie um 32 Prozent
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deErnährungsansätze zur Prävention und Begleitung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen rücken verstärkt in den Fokus medizinischer Betrachtungen. Nach Angaben der Ernährungsberaterin Elena Solomatina können insbesondere Gemüse- und Hülsenfrüchtesuppen mit Zutaten wie Linsen, Erbsen, Tomaten und schwarzen Bohnen dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck zu senken.
Wesentlich dafür seien die enthaltenen unlöslichen Ballaststoffe. Zudem liefern Bohnen und Linsen Phytoöstrogene, die das kardiovaskuläre System schützen, was sich den Angaben zufolge vor allem bei Frauen positiv auswirkt.
Ballaststoffe und pflanzliche Nährstoffprofile im Fokus
Pflanzliche Lebensmittel bieten verschiedene Schutzmechanismen für Gefäße und Stoffwechsel. Wie die Kardiologin Julia Lysakova darlegte, senke eine mediterrane Kost das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie weitere Herz-Kreislauf-Leiden.
Nach Expertenempfehlungen unter Berufung auf das Magazin Top Santé unterstützen zudem sechs Getreidesorten einen normalen Blutdruck: Hafer, Gerste, Roggen, Hirse, Quinoa und ungeschälter Reis. Neben Ballaststoffen liefern sie nennenswerte Mengen an Kalium und Magnesium. Hafer enthält darüber hinaus Beta-Glucane, die cholesterinsenkend wirken.
Dieser Effekt wird auch klinisch gestützt: Oliver Weingärtner, Kardiologe am Universitätsklinikum Jena, verweist auf fünf herzgesunde Lebensmittel. Dazu zählen Haferflocken mit Beta-Glucan, fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering mit Omega-3-Fettsäuren, Olivenöl, ungesalzene Walnüsse mit etwa 30 Gramm pro Tag sowie nitrat- und kaliumreiches Blattgemüse wie Spinat, Mangold und Grünkohl.
Laut Weingärtner senke Nitrat den Blutdruck unmittelbar. Eine Untersuchung der Universität Bonn belegte zudem, dass der zweitägige Verzehr von täglich 300 Gramm gekochten Haferflocken mit wenig Obst und Gemüse das Cholesterin um 10 Prozent senkte, wobei dieser Effekt noch sechs Wochen später nachweisbar blieb.
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Auch Obst liefert funktionelle Inhaltsstoffe. Nach Angaben des Herz-Kreislauf-Ratgebers Futura binden lösliche Ballaststoffe Cholesterin im Darm, während Kalium den Gefäßdruck mindert. Eine mittlere Birne liefere sechs Gramm Ballaststoffe. Eine Beobachtungsstudie zeigte zudem, dass Anthocyane in Beeren das Herzinfarktrisiko um 32 Prozent senken können.
DASH-Prinzip und diätetische Grenzen
Die sogenannte DASH-Ernährung setzt schwerpunktmäßig auf Vollkorn, Gemüse und Obst. Sehr restriktiv ist dieser Ansatz bezüglich Natrium: Das Ziel liegt häufig bei 1.500 Milligramm Natrium pro Tag. Laut Analysen kann das Ernährungsmuster den Blutdruck um etwa 11 mmHg verringern.
Victoria Taylor, Ernährungsberaterin der British Heart Foundation, hebt im Rahmen dieses Konzepts nitratreiche Lebensmittel wie Rote-Bete-Saft oder Sellerie sowie kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen hervor.
Gefäßerweiternde Eigenschaften weist insbesondere Rote Bete auf. Die Kardiologin Annapoorna Kini vom Mount Sinai Fuster Heart Hospital in New York erklärte am 1. November 2026, dass Nitrat aus Rote Bete im Körper zu gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid gewandelt wird.
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Eine Metaanalyse in der Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition bestätigte, dass regelmäßiger Konsum von Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck bei Hypertonie-Patienten signifikant senkt.
Gleichzeitig verweisen Fachleute auf die Begrenzung von Speisesalz. Laut einer Analyse in Hypertension Research unter Leitung von Oberarzt Tor Ole Klemsdal senkte eine gezielte Natriumreduktion den systolischen Blutdruck im Schnitt um etwa 4 mmHg.
Fachleute betonen jedoch einhellig, dass diätetische Maßnahmen eine medikamentöse Therapie bei manifester Hypertonie keinesfalls eigenmächtig ersetzen dürfen. Wie Taylor mit Verweis auf eine Oxford-Studie mit rund 1,4 Millionen Erwachsenen anmerkte, hat lediglich etwa die Hälfte der behandelten Hypertonie-Patienten den Blutdruck ausreichend unter Kontrolle.
Zudem mahnen Mediziner wie Kini zur Wachsamkeit: Bei Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot, Sehstörungen oder plötzlichen Lähmungserscheinungen ist unverzüglich der Notruf zu wählen.
