Bildschirmzeit, Stunde

Bildschirmzeit: Jede Stunde erhöht Schlaflosigkeit um 59 Prozent

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 02:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysen zeigen, wie ErnÀhrung, Magnesium, Licht und kurze TagesschlÀfchen die SchlafqualitÀt beeinflussen können und wo Grenzen liegen.

Besser schlafen: Sauerkirschen, Bildschirmzeit und Power-Naps im Fokus
Eine Schale mit Sauerkirschen und Cashewkernen auf einem Holztisch bei sanftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die QualitĂ€t der Nachtruhe sowie die effektive Gestaltung von Erholungsphasen am Tag stehen zunehmend im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Da laut Angaben des Instituts fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung an Ein- oder Durchschlafstörungen leidet, gewinnen fundierte Empfehlungen zur Schlafregulation an Bedeutung. Aktuelle Analysen beleuchten hierbei insbesondere die Rolle spezifischer Lebensmittel, MikronĂ€hrstoffe und die zeitliche Gestaltung von Ruhephasen.

ErnÀhrung als Faktor der SchlafqualitÀt

Bestimmte Lebensmittel können die Melatoninproduktion unterstĂŒtzen und somit die Schlafdauer positiv beeinflussen. Die ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Melanie Murphy Richter (L-Nutra) weist in einem Bericht von September 2026 darauf hin, dass Sauerkirschen natĂŒrliches Melatonin enthalten. Die beste Studienlage bestehe demnach fĂŒr Sauerkirschsaft-Konzentrat.

Murphy Richter empfiehlt eine Menge von 240 bis 350 ml, verdĂŒnnt mit Wasser, oder alternativ den Verzehr von einer halben Tasse gefrorener oder einer viertel Tasse getrockneter Sauerkirschen. Dabei sei eine regelmĂ€ĂŸige Einnahme entscheidend, wenngleich das Mittel nicht gegen chronische Schlafstörungen helfe.

Auch die AminosĂ€ure L-Tryptophan spielt eine wesentliche Rolle. Schlafforscher Markus Dworak vom IST-Bildungsinstitut empfiehlt Quellen wie Sojabohnen, Cashewkerne, Edamer, ErdnĂŒsse sowie Fisch und GeflĂŒgel. Ein Mangel an Vitamin D korreliere zudem laut Untersuchungen mit einer kĂŒrzeren Schlafdauer; die Wahrscheinlichkeit schlechter SchlafqualitĂ€t steige bei einem manifesten Mangel um rund 50 Prozent.

Supplementierung und regulatorische Grenzwerte

Bei der ergĂ€nzenden Einnahme von Magnesium zur Schlafförderung zeigen wissenschaftliche Daten ein differenziertes Bild. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021, die drei kleine kontrollierte Studien mit 151 Teilnehmern umfasste, ergab eine statistisch nicht signifikante VerkĂŒrzung der Einschlafzeit um 17 Minuten und eine VerlĂ€ngerung der Schlafdauer um 16 Minuten.

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 250 mg Magnesium ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel. Der Schlafmediziner Michael Feld rĂ€t zu einer Einnahme ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen. Vorsicht ist jedoch bei einer schweren Nierenfunktionsstörung oder einem sehr niedrigen Herzschlag geboten.

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Einfluss von Mediennutzung und Licht

Die Digitalisierung des Alltags wirkt sich massiv auf die Schlafhygiene aus. Eine Studie aus dem Jahr 2025 mit fast 40.000 norwegischen Studierenden belegt, dass jede zusĂ€tzliche Stunde Bildschirmzeit nach dem Zubettgehen das Risiko fĂŒr Schlaflosigkeitssymptome um 59 Prozent erhöht. Die Schlafdauer verringere sich dadurch im Schnitt um 24 Minuten pro Nacht.

Die American Academy of Sleep Medicine empfiehlt daher, elektronische GerĂ€te ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen wegzulegen, da blaues Licht die Melatoninproduktion hemmt. Ein Bericht vom September 2026 zitiert zudem eine Untersuchung im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, wonach 60 Minuten kĂŒnstliches Licht am Abend den Melatoninspiegel um bis zu 50 Prozent senken können.

Strategien fĂŒr den Tag: Optimale Ruhephasen

Neben der Nachtruhe ist die Gestaltung von Tagesschlafphasen (Power Napping) Gegenstand der Forschung. Eine Studie aus Freiburg vom Januar 2026 mit 20 Probanden zeigte, dass nach einem Kurzschlaf eine niedrigere synaptische GrundaktivitÀt und eine bessere Verbindungsbildung im Gehirn messbar sind.

Experten empfehlen fĂŒr einen Mittagsschlaf eine Dauer von 20 bis 30 Minuten, um die Wachheit zu verbessern, ohne in tiefe Schlafphasen zu fallen, die das Aufwachen erschweren.

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Vergleichsstudien zu verschiedenen Zeitspannen ergaben, dass 30 Minuten als optimaler Kompromiss gelten, wĂ€hrend 60 Minuten oft zu verstĂ€rkter Benommenheit fĂŒhrten. Idealerweise sollte ein solcher Nap zwischen 13 und 15 Uhr stattfinden.

FĂŒr die allgemeine Gesundheit betont der Schlafforscher Hans-GĂŒnter Weeß, dass der Schlafbedarf fĂŒr den Großteil der Menschen bei sieben bis neun Stunden liegt, wĂ€hrend sechs Stunden fĂŒr die meisten Betroffenen bereits zu wenig seien.

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