Chronische, Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen: Cannabis-Medikament Exilby ab September

13.06.2026 - 13:42:17 | boerse-global.de

Chronische Rückenschmerzen: Vertanical erhält Zulassung für Cannabis-Medikament Exilby, während moderne Stützbandagen und Medizintechnik neue Optionen bieten.

Rückenleiden: Neue Therapien mit Cannabis und Stützgurten
Chronische - Eine Person trägt einen modernen Rückenstützgürtel, der den unteren Rücken stabilisiert. Der Gürtel ist ergonomisch geformt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Chronische Rückenbeschwerden sind ein wachsendes Problem – doch die Behandlungsmöglichkeiten werden vielfältiger. Neben klassischen Stützbandagen drängen technologische Hilfsmittel und neue Medikamente auf den Markt.

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Mechanische Entlastung für den Alltag

Rückenstützgürtel stabilisieren die Wirbelsäule und entlasten den Lendenwirbelbereich. Ihr Einsatz ist besonders bei chronischen Schmerzen sinnvoll, die durch Heben, langes Stehen oder häufiges Bücken entstehen. Auch bei Bandscheibenvorfällen, Hexenschuss oder Ischiasbeschwerden empfehlen Ärzte die Bandagen.

Moderne Modelle wie der Gurt „Lumbara“ setzen auf aktive Dekomprimierung der Bandscheiben. Das soll sofortige Entlastung ohne Medikamente ermöglichen. Allerdings sind die Gürtel nicht für jede Tätigkeit geeignet. Während sie bei physischer Belastung helfen, taugen sie für reine Büroarbeit im Sitzen weniger.

Cannabis als Opioid-Alternative

Parallel zu mechanischen Hilfsmitteln gewinnen neue pharmazeutische Ansätze an Bedeutung. Das Münchener Unternehmen Vertanical hat die Zulassung für „Exilby“ erhalten – ein Medikament auf Basis von medizinischem Cannabis. Es ist für die Behandlung chronischer neuropathischer Schmerzen vorgesehen.

Phase-3-Studien belegten über ein Jahr eine signifikante Schmerzreduktion. In einigen Fällen übertraf die Wirkung sogar die von Opioiden – bei geringerem Nebenwirkungs- und Abhängigkeitspotenzial. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September 2026 geplant. Gründer Clemens Fischer investierte nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung.

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Technik für die Wirbelsäule

Auch die Medizintechnik liefert neue Lösungen. Das Gerät „Master V5“, in Südkorea bereits zertifiziert, behandelt Bandscheibenvorfälle und Spinalkanalstenosen mit Jade-Massageköpfen. Es bietet verschiedene Programme – auch für die postnatale Erholung.

Die präzise Diagnose bleibt jedoch zentral. Fachleute betonen die Bedeutung von Warnsignalen („Red Flags“). Rückenschmerzen können in seltenen Fällen auf ernsthafte Erkrankungen wie Krebs hindeuten – besonders bei unerklärlichem Gewichtsverlust, nächtlichen Schmerzen oder neurologischen Ausfällen. Die Magnetresonanztomografie (MRT) gilt dann als wichtigstes Instrument, um Metastasen früherer Erkrankungen auszuschließen.

Reformen beeinflussen Therapielandschaft

Die Entwicklungen fallen in eine Zeit gesundheitspolitischer Umbrüche. Mitte Juni debattiert Deutschland über eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Bundesgesundheitsministerin signalisierte Bereitschaft zu Anpassungen, um Finanzierungslücken für 2027 zu schließen. Höhere Zuzahlungen und Kostendämpfungen im Pharmabereich könnten auch die Erstattung neuer Therapiemethoden für Schmerzpatienten beeinflussen.

de | wissenschaft | 69533587 |