Chronische Schmerzen: Bayerisches Startup implantiert Gehirn-Chips
28.06.2026 - 12:25:42 | boerse-global.de
Der Trend geht weg von der medikamentösen Unterdrückung des Immunsystems hin zu gezielten Eingriffen auf zellulärer und neurologischer Ebene.
Chip im Gehirn: Bayerisches Startup fordert Musk heraus
Ein bayerisches Unternehmen unter Clemens Fischer will Patienten winzige Computerchips ins Gehirn implantieren. Die Technologie soll chronische Schmerzen bekämpfen. Damit tritt die Firma in direkte Konkurrenz zu internationalen Playern wie den Unternehmen von Elon Musk.
Parallel dazu gewinnen nicht-invasive Verfahren an Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) wies Ende Juni auf die Möglichkeiten des MR-gesteuerten fokussierten Ultraschalls (MRgFUS) hin. Das Verfahren behandelt Tremor-Symptome bei Parkinson-Patienten ohne chirurgischen Eingriff oder Implantate. Die Wirkung wird oft bereits während der Behandlung sichtbar – eine zunehmend beachtete Alternative zur Tiefen Hirnstimulation.
Bonner Zelltherapie: Rheuma an der Wurzel packen
Das Uniklinikum Bonn testet einen neuen Ansatz bei Autoimmunerkrankungen. Im Juni stellte Dr. Simon Petzinna eine Zelltherapie vor, die Zellen aus Nabelschnurblut nutzt. Statt das gesamte Immunsystem zu unterdrücken, zerstört die Therapie gezielt fehlgeleitete Immunzellen. Erste Patienten mit hohem Leidensdruck, darunter eine Betroffene namens Melanie Rütz, werden bereits behandelt.
Auch die Grundlagenforschung liefert neue Erkenntnisse. Forscher des Max-Delbrück-Centers fanden heraus, dass bestimmte Entzündungszellen – sogenannte Makrophagen – eine entscheidende Rolle bei der Heilung von Herzgewebe spielen. Eine gezielte Dämpfung dieser Signale kann den Heilungsprozess fördern.
Chronische Schmerzen und Medikamente helfen nicht mehr? Ein bayerisches Startup testet jetzt Gehirn-Chips – und auch nicht-invasive Verfahren wie fokussierter Ultraschall zeigen Erfolge. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, welche neuen Optionen es für Sie gibt. Jetzt Report anfordern
KI und Mikrobiom: Präzisere Diagnostik entzündlicher Prozesse
Künstliche Intelligenz und Mikrobiom-Analysen verbessern die Diagnostik entzündlicher Erkrankungen zunehmend:
- KI in der Bildgebung: Subtle Medical und Bracco Imaging entwickelten die Software AiMIFY. Sie optimiert die Kontrastverstärkung bei Gehirn-MRTs und verbessert die Erkennbarkeit von Läsionen bei reduzierter Kontrastmitteldosis.
- Mikrobiom-Signaturen: Ein internationales Team unter Beteiligung der Universität Jena identifizierte spezifische Mikrobiom-Profile. Sie ermöglichen die Diagnose der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) mit über 90 Prozent Genauigkeit.
- Phytotherapie: Eine koreanische Studie in der Fachzeitschrift Food Science and Biotechnology deutet darauf hin, dass Nachtkerzenblattextrakt kognitive Funktionen verbessern und Neuroinflammationen bei Alzheimer-Modellen reduzieren kann.
Wearables in der Forschung: Smartwatch-Daten als klinische Evidenz
Immer mehr Patienten mit chronischen Schmerzen suchen Alternativen zu invasiven Eingriffen. Die Zelltherapie am Uniklinikum Bonn greift gezielt fehlgeleitete Immunzellen an – ohne das ganze Immunsystem zu unterdrücken. Unser Experteninterview erklärt, wie das funktioniert und für wen es infrage kommt. Zelltherapie-Report jetzt sichern
Samsung und das Unternehmen Alcedis arbeiten seit Ende Juni daran, Smartwatch-Daten in validierte klinische Evidenz zu überführen. Körperzusammensetzung (BIA) und elektrodermale Aktivität (EDA) sollen die Überwachung von Patienten in Studien zu chronischen Leiden objektivieren.
Für Anfang Juli ist die Markteinführung einer neuen Zahnpasta durch das Fraunhofer-Spin-off PerioTrap geplant. Der Wirkstoff Guanidinoethylbenzylamino Imidazopyridine Acetat blockiert gezielt Parodontitis-Erreger, ohne die Mundflora zu beeinträchtigen. Ebenfalls ab Juli geht eine Prednisolon-haltige Kopfhaut-Therapie für milde Entzündungsformen rezeptfrei in den Verkauf.
