Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Beschwerden in mehreren Regionen erhöhen Hypertonie-Risiko um 75 Prozent

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine UK-Biobank-Auswertung verbindet Schmerzen an mehreren Körperstellen mit höherem Hypertonierisiko; die Daten zeigen keinen ursächlichen Zusammenhang.
Ein minimalistischer, leerer Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit einem sauberen Untersuchungstisch. Illustration mit AI erstellt.

Menschen mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen gelten als besonders gefährdete Gruppe für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse legt nahe, dass sich für Betroffene mit solch weit verbreiteten Beschwerden eine intensivere kardiovaskuläre Überwachung lohnen könnte, wie die Fachzeitschrift Ärzte Zeitung berichtete.

UK-Biobank liefert Einblicke in Bluthochdruck-Risiken

Eine Auswertung von Daten der britischen UK Biobank, publiziert im Fachjournal Hypertension der American Heart Association, verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Schmerzzuständen und vaskulären Erkrankungen. In der Untersuchung von Daten von über 206.000 Erwachsenen über eine Nachbeobachtungszeit von bis zu 13,5 Jahren entwickelten rund 10% der Teilnehmer einen Bluthochdruck.

Das Risiko für eine Hypertonie fiel dabei je nach Schmerzausprägung unterschiedlich aus: Im Vergleich zu schmerzfreien Personen wiesen Menschen mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen ein um 75% höheres Risiko auf. Bei chronischen Schmerzen an nur einer Körperstelle lag der Anstieg bei 20%, während kurzfristige Schmerzen mit einem um 10% erhöhten Risiko einhergingen.

Auch die Lokalisation spielte eine Rolle: Für chronische Bauchschmerzen wurde ein erhöhtes Risiko von 43% ermittelt, gefolgt von Kopfschmerzen mit 22%, Nacken- und Schulterschmerzen mit 19%, Hüftschmerzen mit 17% und Rückenschmerzen mit 16%.

Das Forschungsteam unter Leitung von Dr. Jill Pell von der Universität Glasgow hielt fest, dass eine bestehende Depression – dokumentiert bei 11,3% der Teilnehmenden – und der Entzündungsmarker C-reaktives Protein (CRP) gemeinsam 11,7% des Zusammenhangs erklärten. Die Auswertung bezog sich überwiegend auf weiße britische Teilnehmer; die Ergebnisse belegen eine statistische Verbindung, weisen jedoch keine Kausalität nach.

Mechanismen, Schmerztherapie und Entzündungsprozesse

Dass chronische Schmerzen, die definitionsgemäß länger als drei Monate anhalten, und Bluthochdruck häufig gemeinsam auftreten, beruht auf physiologischen Stressreaktionen. Schmerzreize aktivieren Stresshormone wie Adrenalin, die kurzfristig sowohl den Blutdruck als auch den Gefäßtonus steigern.

Anzeige

Wer unter chronischen Schmerzen leidet, sucht oft nach sanften Wegen zur Entlastung des Körpers. Dieser kostenlose Guide zeigt, wie Sie mit einfachen Handgriffen und dem 3-Finger-Trick Schmerzimpulse lindern können. 101 Druckpunkte gegen Schmerzen jetzt kostenlos herunterladen

Bei längerem Bestehen belasten der anhaltende Stress und gestörte Alltagsroutinen das Herz-Kreislauf-System, wenngleich nicht jeder Schmerzpatient einen Bluthochdruck entwickelt. Bestimmte Medikamente, darunter nichtsteroidale Antirheumatika, können den Blutdruck zusätzlich erhöhen oder dessen therapeutische Kontrolle erschweren.

Ein Review in der Fachzeitschrift Pain Management, das 57 Studien aus den Jahren 2010 bis 2025 analysierte, verdeutlicht ergänzende Wechselwirkungen: Schlafstörungen können Entzündungsreaktionen und die Schmerzempfindlichkeit verstärken. Bei Schlafrestriktion steigen Entzündungsmarker wie Interleukin-6, TNF-alpha und CRP messbar an.

Multidisziplinäre Ansätze in der Schmerztherapie

Für die therapeutische Praxis ergab das Review in Pain Management die stärkste Evidenz für Aerobic-Übungen sowie für die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen. Maßnahmen wie manuelle Therapie, neuromuskuläre Elektrostimulation und Low-Level-Lasertherapie zeigten vorläufiges Potenzial, erfordern nach Ansicht der Autoren jedoch größere Studien.

Anzeige

Da chronische Schmerzen und Herz-Kreislauf-Risiken oft Hand in Hand gehen, ist eine natürliche Regulierung der Blutwerte besonders wichtig. Erfahren Sie in diesem Spezialreport, wie Sie Ihren Blutdruck ganz ohne Medikamente mit 7 praxiserprobten Tipps positiv beeinflussen können. Gratis-Report zur natürlichen Blutdrucksenkung hier sichern

Da chronische Schmerzen den Schlaf, die Erwerbsfähigkeit, soziale Beziehungen und die persönliche Autonomie einschränken, betonen Fachberichte die Notwendigkeit integrierter Versorgungskonzepte. Empfohlen wird eine Kombination aus klinischer Nachsorge, Rehabilitation, gezielter Bewegung, psychologischer Unterstützung und der Koordination verschiedener Fachdisziplinen.

Wie auch Fachbeiträge anlässlich der Chinesischen Schmerzwoche vom 19. bis 25. Oktober hervorhoben, entwickeln sich chronische Schmerzen häufig von einem bloßen Symptom zu einer eigenständigen, langfristig zu managenden Erkrankung.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70411634 |