Chronische Schmerzen: Cannabis-Medikament ersetzt Opioide ab September
13.06.2026 - 10:41:38 | boerse-global.de
Ărzte setzen zunehmend auf frĂŒhe Intervention, minimalinvasive Verfahren und komplementĂ€re Methoden.
Fachleute betonen: Eine frĂŒhzeitige Therapie ist entscheidend, um die Chronifizierung von SchmerzzustĂ€nden zu verhindern. Operative Eingriffe etwa bei Nackenschmerzen sind in weniger als einem Prozent der FĂ€lle nötig. Konservative und technologische Alternativen gewinnen dagegen an Bedeutung.
Erste Neuzulassung seit 15 Jahren
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Im Juni 2026 gelang ein bedeutender Fortschritt fĂŒr chronische Kreuzschmerzen. Das MĂŒnchener Unternehmen Vertanical erhielt die Zulassung fĂŒr ein Medikament auf Basis eines Cannabis-Vollspektrum-Extrakts. Es ist die erste Neuzulassung in diesem Bereich seit rund 15 Jahren.
Grundlage waren Phase-3-Studien mit ĂŒber 1.200 Patienten. Ăber zwölf Monate zeigte sich eine signifikante Schmerzreduktion. Im Vergleich zu herkömmlichen Opioiden wies das PrĂ€parat eine bessere VertrĂ€glichkeit auf â ohne AbhĂ€ngigkeitsrisiko. Die MarkteinfĂŒhrung in Deutschland und Ăsterreich ist fĂŒr September 2026 geplant. Das Ziel: Opioide in der Schmerztherapie schrittweise ersetzen.
Elektroakupunktur bei Knie-Arthrose
Auch die KomplementÀrmedizin liefert neue Belege. Eine 2026 in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine veröffentlichte Studie untersuchte Elektroakupunktur bei Knie-Arthrose. 480 Patienten nahmen teil.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Ăberlegenheit gegenĂŒber einer Scheinbehandlung:
- Der WOMAC Global Score fĂŒr Schmerz und Funktion verbesserte sich in der Akupunkturgruppe um 65 Punkte.
- Die Kontrollgruppe erreichte nur 25 Punkte.
- MRT-Aufnahmen bestĂ€tigten eine signifikante Reduktion der EntzĂŒndungswerte.
Die Studie setzte auf drei Sitzungen pro Woche ĂŒber sechs Wochen. In der Praxis kommen zudem Triggerpunkt-Akupunktur sowie Botox oder Cortison zum Einsatz. Experten warnen jedoch vor Selbstmedikation mit pflanzlichen PrĂ€paraten â sie können mit konventionellen Medikamenten wechselwirken.
Multimodale Therapie im Krankenhaus
Kliniken bauen ihre Strukturen aus. Ein Beispiel: Das Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden etablierte im Juni 2026 einen neuen Schwerpunkt fĂŒr multimodale Schmerztherapie. Das Angebot richtet sich an Patienten, bei denen ambulante MaĂnahmen nicht mehr ausreichen.
Die Therapie sieht einen mindestens siebentĂ€gigen stationĂ€ren Aufenthalt vor. Ărztliche Schmerztherapie, Physiotherapie und psychologische Betreuung arbeiten zusammen. Voraussetzung ist die aktive Mitarbeit der Betroffenen sowie eine fachĂ€rztliche Ăberweisung.
Parallel entwickelt das StĂ€dtische Klinikum WolfenbĂŒttel seit Anfang 2026 eine minimalinvasive Lasertherapie gegen Krampfadern. Sie wird ambulant unter örtlicher BetĂ€ubung durchgefĂŒhrt. SchĂ€tzungen zufolge sind rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von Venenleiden betroffen.
PrÀvention und regionale Versorgung
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Neben der Akutbehandlung rĂŒckt die AufklĂ€rung in den Fokus. Informationsveranstaltungen zu Nacken-, Kopf- oder FuĂschmerzen zeigen moderne Behandlungswege jenseits der bloĂen Schmerzmitteleinnahme.
Gleichzeitig warnen politische Vertreter vor KlinikschlieĂungen. Der niedersĂ€chsische Gesundheitsminister Andreas Philippi betonte im Juni 2026: Eine SchwĂ€chung der Versorgungsstrukturen im lĂ€ndlichen Raum verlĂ€ngere die Wege fĂŒr Schmerzpatienten und gefĂ€hrde die Notfallversorgung.
PrĂ€ventionskampagnen zeigen bereits Erfolge. In Sachsen-Anhalt sank die Sterblichkeit nach Herzinfarkten innerhalb von zehn Jahren um ĂŒber 40 Prozent. Grund sind unter anderem verstĂ€rkte AufklĂ€rung ĂŒber herzgesunde Bewegung.
