Curcumin-Dosierung: EFSA empfiehlt maximal 7 Gramm Kurkuma täglich
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der komplementärmedizinischen Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln nimmt Kurkuma, insbesondere der enthaltene Wirkstoff Curcumin, seit Jahren eine zentrale Rolle ein.
Aktuelle fachliche Einschätzungen und wissenschaftliche Untersuchungen differenzieren jedoch zunehmend zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten der Pflanze. Während die Wirkung bei entzündlichen Prozessen als belegt gilt, wird der Nutzen in anderen Bereichen, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kritischer gesehen.
Therapeutische Schwerpunkte bei chronischen Entzündungen
Der Ernährungsmediziner Andreas Michalsen vom Immanuel Krankenhaus Berlin ordnet die Wirksamkeit von Curcumin spezifisch ein. Seiner Einschätzung nach entfaltet der Wirkstoff keinen relevanten Effekt auf den Blutdruck; hier seien lediglich geringfügige Senkungen möglich.
Deutlichere klinische Relevanz attestiert der Mediziner Kurkuma hingegen bei der Behandlung von Rheuma, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Arthrose. In diesen Feldern könne das Supplement einen wertvollen Beitrag zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung leisten.
Diese Beobachtungen decken sich teilweise mit einer chinesischen Übersichtsarbeit, die am 20. August 2026 in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research veröffentlicht wurde. Die Autoren dieser Studie halten fest, dass Curcumin über multiple Signalwege blutdrucksenkend wirken könne. Dieser sogenannte „Multitarget“-Ansatz wird als strategischer Vorteil der Substanz gewertet.
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Allerdings weisen die Forscher auf ein zentrales Problem hin: die geringe Bioverfügbarkeit von Curcumin im menschlichen Körper. Um die klinische Wirksamkeit abschließend zu bestätigen, seien weitere umfangreiche klinische Studien erforderlich.
Sicherheitshinweise und Dosierungsempfehlungen
Hinsichtlich der Sicherheit und der täglichen Aufnahmemenge gibt es klare Richtlinien der europäischen Aufsichtsbehörden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tägliche Aufnahmemenge von maximal 3 Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich eingestuft. Für einen durchschnittlichen Erwachsenen entspricht dies einer Menge von etwa 7 Gramm Kurkuma am Tag.
Gleichzeitig mahnen nationale Behörden zur Vorsicht bei der Kombination mit anderen Stoffen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor möglichen Leberschäden, wenn Kurkuma zusammen mit Piperin eingenommen wird. Piperin, ein Extrakt aus schwarzem Pfeffer, wird häufig eingesetzt, um die Bioverfügbarkeit von Curcumin künstlich zu erhöhen, was jedoch die Belastung für das Organ steigern kann.
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Kontraindikationen und Risikogruppen
Zusätzliche Warnhinweise kamen Anfang September 2026 von der französischen Behörde Anses. In einer Stellungnahme vom 7. September 2026 rät die Behörde zur Vorsicht beim Einsatz bestimmter Pflanzenextrakte im Falle von Infektionen.
Speziell für Curcumin-haltige Präparate gelte eine erhöhte Aufmerksamkeit für Patienten, die Blutverdünner einnehmen oder unter Leber- und Gallenleiden leiden. In diesen Fällen könne die Einnahme von Kurkuma zu unerwünschten Wechselwirkungen oder einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.
Zusammenfassend zeigt die aktuelle Datenlage, dass Kurkuma vor allem als begleitende Therapie bei entzündlichen Gelenk- und Darmerkrankungen Potenzial besitzt. Die Anwendung sollte jedoch unter Berücksichtigung der Dosierungsgrenzen und möglicher Wechselwirkungen erfolgen, insbesondere bei der Verwendung von Kombinationspräparaten zur Steigerung der Aufnahme.
