Demenzrisiko, Hochverarbeitete

Demenzrisiko: Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen Gefahr um 58%

14.06.2026 - 22:31:49 | boerse-global.de

Studien zeigen: Künstliche Süßstoffe beeinflussen Darmflora und Blutzucker. Kefir und Phosphatidylcholin gelten als mögliche Schutzfaktoren.

Mikrobiom-Forschung: Neue Erkenntnisse zu Fettleber und Süßstoffen
Demenzrisiko - Eine Nahaufnahme von Darmbakterien, die mit leuchtenden, abstrakten Elementen vor einem unscharfen Hintergrund von Leberzellen interagieren. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) rückt dabei in den Fokus.

Künstliche Süßstoffe geraten unter Verdacht

Eine Studie des Weizmann Institute of Science aus dem Jahr 2022 untersuchte die Wirkung künstlicher Süßstoffe auf 120 gesunde Erwachsene. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachmagazin Cell, zeigen: Saccharin und Sucralose verändern das Mikrobiom signifikant und verschlechtern die Glukosetoleranz. Aspartam und Stevia lösten dagegen keine solchen Effekte aus.

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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hält Süßstoffe innerhalb der Höchstmengen weiterhin für unbedenklich. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt dagegen vor einem erhöhten Diabetesrisiko. Stuhltransplantationen bei Mäusen stützen die These einer kausalen Rolle des Mikrobioms.

Kefir und Phosphatidylcholin als Schutzfaktoren

Fermentierte Lebensmittel wie Kefir gelten als Unterstützung für die Darm-Leber-Achse. Traditionelle Kefirkörner enthalten eine komplexe Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, darunter Lactobacillus kefiranofaciens und Saccharomyces cerevisiae. Studien deuten auf positive Effekte auf die Darmmikrobiota hin – die Wirkung variiert jedoch individuell.

Fachleute betonen: Kefir ist kein Arzneimittel. Besonders bei selbst hergestellten Produkten schwankt die Zusammensetzung.

Ein weiterer Baustein ist Phosphatidylcholin. Das Phospholipid, ein zentraler Bestandteil von Zellmembranen, wird mit einer verbesserten Leberfunktion bei Fettleber in Verbindung gebracht. Es unterstützt den Zuckerstoffwechsel und schützt Zellen vor Entzündungen. Natürliche Quellen: Eigelb, Sojabohnen und Sonnenblumenkerne.

Taillenumfang als Frühwarnsystem

In der klinischen Praxis gewinnt die Messung des Taillenumfangs an Bedeutung – mehr als der reine Body-Mass-Index (BMI). Eine rapide Zunahme des Bauchfetts bei gleichbleibenden Extremitäten gilt als starkes Indiz für eine Fettleber. Das viszerale Fett ist stoffwechselaktiver als Unterhautfettgewebe und umgibt direkt Leber und Bauchspeicheldrüse.

Wichtig: Normale Leberenzymwerte schließen eine Fettleber oder beginnende chronische Erkrankungen nicht sicher aus. Für Risikogruppen empfehlen Ärzte regelmäßige Ultraschalluntersuchungen sowie die Kontrolle von Blutzucker- und Blutfettwerten. Neben Übergewicht zählen auch Alkoholmissbrauch und unkontrollierte Nahrungsergänzungsmittel zu den lebergefährdenden Faktoren.

Leberkrebs trifft zunehmend Jüngere

Ein besorgniserregender Trend wurde Mitte Juni auf einer medizinischen Konferenz in Ho-Chi-Minh-Stadt thematisiert: Leberkrebs tritt immer häufiger bei jüngeren Patienten auf. Als Treiber identifizierten die Experten ungesunde Ernährung, Fast Food, Bewegungsmangel und chronischen Stress.

Etwa 80 Prozent der Leberkrebsfälle entwickeln sich auf Basis einer bestehenden Leberzirrhose. Die Mediziner betonten die Notwendigkeit frühzeitiger Vorsorge – frühe Symptome bleiben oft unspezifisch.

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Abnehmspritzen: Weniger Tumorrisiko, verändertes Gehirn

Der Einsatz moderner GLP-1-Medikamente, bekannt als Abnehmspritzen, wird intensiv auf langfristige Effekte untersucht. Eine Analyse vom 12. Juni deutet darauf hin, dass diese Präparate das Tumorrisiko um bis zu 40 Prozent senken könnten.

Eine Studie der University of Colorado vom 13. Juni lieferte Hinweise auf Veränderungen neuronaler Verbindungen im Gehirn. Besonders betroffen ist das sogenannte Salience Network. Diese Umformungen könnten das Belohnungssystem und die kognitive Verarbeitung beeinflussen – mit möglichen Folgen für Suchterkrankungen und Neurodegeneration.

Hochverarbeitete Lebensmittel als Demenz-Risiko

Aktuelle Daten aus dem Juni zeigen: Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen das Demenzrisiko um schätzungsweise 58 Prozent. Die mediterrane Ernährung, kombiniert mit blutdrucksenkenden Maßnahmen (MIND-Diät), wirkt dagegen schützend. Experten raten zudem zu präventiven Maßnahmen wie einer Zuckersteuer, um den Konsum gesundheitsschädlicher Lebensmittel frühzeitig zu reduzieren.

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