Demenzrisiko schon mit 20: Studie zeigt frĂŒhe Warnsignale
03.06.2026 - 11:09:29 | boerse-global.de000 Neuerkrankungen hinzu. Etwa 85 Prozent der Pflege ĂŒbernehmen Angehörige â oft bis zur völligen Erschöpfung. Jetzt reagieren UniversitĂ€ten und VerbĂ€nde mit neuen Hilfsangeboten.
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Telefonische Beratung gegen Ăberlastung
Die UniversitĂ€t Jena startete Anfang Juni das Projekt âOffenes Ohrâ. Professorin Gabriele Wilz und ihre Psychologin Sophie GeĂner bieten telefonische Beratung fĂŒr pflegende Angehörige an. Ziel ist es, den hohen Informations- und Redebedarf in ThĂŒringen und darĂŒber hinaus zu decken.
Parallel dazu hat die Alzheimer Gesellschaft Frankfurt am Main spezialisierte Sprechstunden eingerichtet. Psychotherapeuten unterstĂŒtzen dort bei der individuellen KrisenbewĂ€ltigung.
Regionale Netzwerke wachsen
In der Steiermark erschien im Juni die dritte Auflage eines Demenz-Wegweisers. Der Schwerpunkt liegt auf FrĂŒherkennung und rechtlicher Vorsorge â dringend nötig, denn die Zahl der Betroffenen soll dort von 21.000 auf ĂŒber 35.000 bis 2050 steigen.
Auch anderswo entstehen Austauschformate:
- In Mainz moderieren examinierte PflegefachkrĂ€fte regelmĂ€Ăige Stammtische
- Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW bietet in Goch moderierte Selbsthilfegruppen an
- Das Deutsche Rote Kreuz in Jena startet Ende Juni einen Pflegekurs mit SturzprĂ€vention, Inkontinenzversorgung und SelbstfĂŒrsorge
Am Niederrhein bĂŒndelt die BroschĂŒre âBlickpunkte Demenzâ fĂŒr das zweite Halbjahr 2026 alle Veranstaltungen und Kurse von TrĂ€gern wie der Caritas.
Risiken schon bei jungen Erwachsenen erkennbar
Die UniversitĂ€t Leipzig veröffentlichte im Juni eine Studie im Journal âAlzheimerâs & Dementiaâ. Forscher untersuchten den LIBRA-Demenzrisiko-Index an knapp 150.000 Teilnehmern der NAKO-Gesundheitsstudie. Ergebnis: Bereits bei 20- bis 39-JĂ€hrigen zeigt sich ein Zusammenhang zwischen kognitiver Leistung und Risikofaktoren.
Bei jĂŒngeren Erwachsenen beeinflussen vor allem Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen die geistige Fitness. Bei Ă€lteren Menschen dominieren kardiovaskulĂ€re Risiken. Die Erkenntnisse könnten PrĂ€ventionsstrategien verĂ€ndern â mit AnsĂ€tzen, die schon im frĂŒhen Erwachsenenalter greifen.
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Pflegeversicherung: Streit um Rentenpunkte
Ein Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) vom FrĂŒhjahr 2026 sorgt fĂŒr Diskussionen. Geplant sind mögliche KĂŒrzungen bei den Rentenpunkten fĂŒr pflegende Angehörige. Hintergrund: Die Pflegeversicherung könnte bis 2028 ein Defizit von ĂŒber 15 Milliarden Euro anhĂ€ufen.
Kritiker nennen die PlĂ€ne ein fatales Signal an die hĂ€uslich Pflegenden. Bereits erworbene Rentenanwartschaften sollen allerdings unberĂŒhrt bleiben.
BundeslÀnder treiben Reformen voran
Sachsen-Anhalt verabschiedete Anfang Juni ein seniorenpolitisches Programm â nötig wegen der bundesweit höchsten Seniorendichte. Schwerpunkte sind soziale Teilhabe und mobile Beratungsdienste, etwa das geplante âPflege- und Pass-Mobilâ in Halle.
Im Burgenland wurde ein Anstellungsmodell fĂŒr pflegende Angehörige weiter ausgebaut. Rund 400 Personen sind inzwischen einbezogen, was die hĂ€usliche Pflege finanziell und rechtlich absichert.
Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe macht derweil auf den gravierenden FachkrÀftemangel in Sozialpsychiatrie und Pflege aufmerksam. Ohne ausreichend Heilerziehungspfleger und Pflegefachpersonen, so die Warnung, sei die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit EinschrÀnkungen und die Entlastung ihrer Angehörigen langfristig gefÀhrdet.
